© Klaus-Peter Kappest

Die Caminos: Spaniens Jakobswege

Ausgabe 139 – März/April 2008

Spanien

Gewaltige Berge und fruchtbare Täler in den Pyrenäen, die karge, aber erhabene Kastilische Ebene, über die der Blick in die Unendlichkeit zu schweifen scheint, dann wieder Galiziens pralle, grüne Wälder und Wiesen - das ist der spanische Camino de Santiag

Camino Francés

Camino Via de la Plata: A Gudina - Alto de Herosa
Camino Via de la Plata: A Gudina - Alto de Herosa

Der bei weitem am meisten begangene Weg ist der sogenannte „Französische Weg“, der bei Roncesvalles in Navarra oder – alternativ – bei Somport in Aragón beginnt und über Puente La Reina, Logroño, Burgos und León nach Santiago führt. Selten geht man auf diesem Weg allein – Pilger aus aller Welt folgen hier den inzwischen berühmt gewordenen gelben Hinweis-Pfeilen in Richtung Santiago. Dem Strom der Pilgerreisenden begegnen die Anwohner mit großer Freundlichkeit und speziell auf Pilger zugeschnittenen Übernachtungsmöglichkeiten. Es gibt staatliche Herbergen, in denen die Wanderer bei Vorlage eines Pilgerausweises kostenlos (Stand 2007) übernachten können. Gemütlicher, weniger überlaufen und doch preiswert sind die Pilgerherbergen, die von Privatleuten geführt werden. Wie aber schon Don Quijote wusste: „Der Weg ist immer besser als die Herberge.“ Uralte Kapellchen und stolze Kirchen in atemberaubender Landschaft erzählen von der tausendjährigen Tradition dieses Weges zum Jakobsgrab. Der Legende nach hat der Heilige die Spanier übrigens mit Schwert und Speer dabei unterstützt, die einstmals maurisch besetzte Region um den Camino für das Christentum wiederzugewinnen.

Pilgerbare Alternativen

Camino Francés: Melide-Ponte Furelos
Camino Francés: Melide-Ponte Furelos

Die Alternativrouten zum „Französischen Weg“ sind weit weniger bekannt und entsprechend weniger sind diese Landstriche auf „Pilgertourismus“ ausgerichtet. Das hat seinen Charme, da man hier fernab der beginnenden Kommerzialisierung des Französischen Weges pilgern und Land und Leute einmal „ganz authentisch“ erleben kann. Andererseits sind diese Wege weniger gut markiert und offizielle Pilgerherbergen sind häufig rar. Deshalb trifft man hier vor allem erfahrene Pilger, die schon den einen oder anderen Jakobsweg hinter sich haben. Die landschaftliche Schönheit und die Kulturgüter dieser Alternativrouten brauchen aber keinen Vergleich mit dem Hauptweg zu scheuen…

Weitere Reportagen zum Thema Pilgerwandern in diesem Heft:



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Ausgabe 139

März/April 2008