© Klaus-Peter Kappest

Luxemburg: Bäuerliche Kulturlandschaft

Ausgabe 139 – März/April 2008

Luxemburg

Von Natur aus sind die Ardennen mit ihren sauren Böden ein armes Land. Das zeigt sich noch heute: Es gibt keine großen Güter oder Herrensitze, sondern nur kleine Dörfer mit bescheidenen Bauernhäusern.

Armes Land

Historischer Pflug im Vorgarten - Früher unverzichtbar, heute Dekoration
Historischer Pflug im Vorgarten - Früher unverzichtbar, heute Dekoration

Die Böden auf dem Schiefergestein erlauben nur eine karge Landwirtschaft. Da kam in früheren Zeiten den Bauern die zusätzliche Arbeit als Tagelöhner in den Lohhecken gerade recht, zumal sie sich mit der Lohgewinnung auch neue Nutzflächen schufen: Auf den kahl geschlagenen Niederwaldflächen wurde Ackerbau betrieben, bis die Stöcke wieder ausschlugen. Zuerst wurde zwischen den Baumstümpfen Winterroggen gesät, im übernächsten Jahr Buchweizen. Anschließend trieb man das Vieh zum Weiden in die Lohhecken, während man den aufkommenden Ginster als Stallstreu oder zum Besenbinden nutzte. Wegen der schlechten Lebensbedingungen verließen zahlreiche Bewohner das Ösling. Im 19. Jh. Suchten viele ihr Glück vorwiegend in Amerika, nach dem Zweiten Weltkrieg in Luxemburg Stadt, wo man Arbeit finden konnte. Heute kehrt sich der Trend um, denn mit Gewerbeansiedlungen in den größeren Ardennenorten und einem vorsichtigen Ausbau des Tourismus werden Arbeitsplätze im Mittelgebirge geschaffen.

Historische Fichtenhecken fürs Milchvieh

Im Landmuseum Binsfeld
Im Landmuseum Binsfeld

Bis heute dient die 1921 angepflanzte Fichtenhecke den Kühen von Fernand Majerus als biologischer Schattenspender und Windschutz. Auch die Felder des Landwirts aus Boxhorn stehen ganz im Dienste der Milchwirtschaft. Weizen, Gerste, Hafer und Mais baut er hauptsächlich als Viehfutter an. 80 Holsteiner Kühe müssen verpflegt werden, von denen sich die „Jungmannschaft“ auf der großen Weide hinter der historischen Fichtenhecke selbst versorgt. Unter Leistungsdruck stehen die Färsen noch nicht, von seinen 21 Milchkühen kann er jedoch jeweils rund 7.800 Liter Milch im Jahr erwarten. „Das Melken ist die schönste, ruhigste Zeit des Tages“, schwärmt er. Dann stehen die Kühe in drei kurzen Schichten von drei, vier Minuten im Melkstand und er kann mit Freude beobachten, wie die wieße Flüssigkeit aus den Eutern in den silbernen Tank fließt. Dann nimmt er die Saugnäpfe der Melkmaschinen ab und die Kühe marschieren allein ihren vorgegebenen Weg zur nächsten Weide…

Mit einem Tourentipp: Landleben wie es früher war

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Luxemburgische Ardennen in diesem Heft:



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Ausgabe 139

März/April 2008