© Klaus-Peter Kappest

Luxemburg: Waldgeschichte

Ausgabe 139 – März/April 2008

Luxemburg

Licht durchflutet den Wald, Grillen zirpen und die Sonne kann ihre Wärme bis auf den Boden ausbreiten. Zwischen grünen Lohhecken erinnert die Landschaft eher an den Mittelmeerraum als an die Ardennen.

Mediterranes Waldgefühl in der Lohhecke

Da fällt es dem botanischen Laien kaum auf, dass es nicht Kork, sondern Stieleichen sind, die den schütteren Schatten spenden. Eine unerwartete Waldgesellschaft prägt seit dem 18. Jh. Nahezu die Hälfte der Luxemburger Ardennen. Von Natur aus bedeckt Buchenwald das Ösling, aber auf mehr als der Hälfte stehen heute Eichenlohhecken bzw. Eichenschälwälder – „Louhecke“ heißen sie auf Letzeburgisch. 95 Prozent der Lohhecken Luxemburgs befinden sich in den Revieren der Forstämter von Wiltz und Diekirch.

Holz als Rohstoff

Schloss Bourscheid liegt hoch über den bewaldeten Hügeln des Sauertal
Schloss Bourscheid liegt hoch über den bewaldeten Hügeln des Sauertal

Im ausgehenden 18. bis Mitte des 19. Jh. Wurden die Buchenwälder des Öslings stark genutzt. Die beginnende Industrialisierung erforderte große Mengen von Holzkohle für die Eisenindustrie und die expandierenden Gerbereien brauchten immer mehr Lohrinde. Allein in Wiltz gab es um 1830 sechzehn Gerbereien. Auch die wachsende Bevölkerung benötigte zunehmend mehr Brennholz und die Wälder wurden deshalb stark heruntergewirtschaftet. Als Gegenmaßnahme begann man, auf den Kahlflächen Eichen anzupflanzen. Da sich die Stieleiche zur Lohrindengewinnung besser eignet als die Traubeneiche, bevorzugte man meist diesen nicht standortgerechten Baum. Die intensive Waldnutzung zur Lohgewinnung breitete sich im Ösling immer mehr aus, denn die sauren Böden taugten kaum für die Landwirtschaft…

Mit einem Tourentipp: Unterwegs im Wolztal

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Luxemburgische Ardennen in diesem Heft:



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März/April 2008