© Klaus-Peter Kappest

Ostsee: Die Balz der blauen Frösche

Ausgabe 139 – März/April 2008

Deutschland

Wer sich im Ostseeheilbad Graal-Müritz nur für Strand und Meer interessiert verpasst eine Menge! Absolute Höhepunkte im Frühling sind die Balz der blauen Frösche im Moor und – nicht nur für Fotografen – die Blüte der Rhododendren. Aber aufgepasst: Glaubt

Die große Wanderung der Moorfrösche

Moorsee im Ribnitz-Müritzer Hochmoor
Moorsee im Ribnitz-Müritzer Hochmoor

Jedes Frühjahr wartet man in Graal-Müritz auf ein besonderes Naturschauspiel: die Wanderung der blauen Frösche zu ihren Laichplätzen im Ribnitz-Müritzer Moor. In milden Wintern machen sich die Tiere im März, nach langer Kälte erst im April, auf den Weg. Tausende suchen dann wieder den Platz auf, an dem sie selbst geschlüpft sind. Und das Einzigartige bei den Moorfröschen Rana arvalis, die auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen: Für die Paarungszeit, die nur ein paar Tage dauert, ändern die männlichen Tiere ihre Farbe. Sie werden leuchtend blau, um die Weibchen zu beeindrucken. Haben ihnen die Amphibien-Damen die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, verschwindet die blaue Lymphflüssigkeit unter der Haut gleich wieder.

Wenn sich die balzenden königsblauen Kerlchen zu Tausenden im Wasser tummeln, sind sie eine seltene Attraktion für große und kleine Besucher. Dann sollte man unbedingt mit einer der regelmäßig Freitagnachmittag stattfindenden Führungen ins Moor gehen, um noch zusätzliche Informationen zu bekommen. Erst vor wenigen Jahren haben die Frösche in Graal-Müritz wieder einen idealen Lebensraum gefunden. Zwischen 1995 und 2000 wurde das Ribnitz-Müritzer Moor renaturiert. Vor allem hat man für ein Ansteigen des Wasserspiegels gesorgt, sodass die für die Tiere und Pflanzen lebenswichtigen Moorseen wieder gefüllt wurden.

Moor am Meer

Am Ostseestrand
Am Ostseestrand

Das Ribnitz-Müritzer Hochmoor liegt nur wenige Minuten Fußweg von der Ostsee entfernt. Es bedeckt rund drei Quadratkilometer, was ihm seinen zweiten Namen „Großes Moor“ eingebracht hat. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es kleiner, weil der Mensch in den Naturhaushalt eingegriffen hat, indem er Land trocken legte und Torf abbaute. Heute ist es zwischen 60 cm und 6 m hoch und darf als Naturschutzgebiet nun wieder ungestört wachsen. Etwa einen Millimeter im Jahr nimmt die wasserreiche Pflanzendecke zu. Verschiedene Orchideenarten und der Sonnentau gedeihen hier. Eine Führung durch das Moor wird Sie auch sicher zu solchen Plätzen bringen…



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Ausgabe 139

März/April 2008