© Klaus-Peter Kappest

Pfälzerwald per Bahn

Ausgabe 139 – März/April 2008

Deutschland

Wandern mit der Queichtalbahn. Ein wahrlich prickelndes Wandervergnügen. Irgendwo zwischen den Rebspalieren an der Deutschen Weinstraße, den Buntsandsteinfelsen des Pfälzerwaldes, mit Kontakt zu munteren Bächen und der Schuhmetropole Pirmasens am Westrand

Teufelstich bei Hinterweidenthal
Teufelstich bei Hinterweidenthal

72,3 km lang ist Queichtalbahnstrecke zwischen Landau und Pirmasens-Nord. Durch den 887 m langen Neuen Fehrbacher Tunnel geht es dann noch einmal 6,8 km lang hinauf zum Pirmasenser Hauptbahnhof. Drei Täler nutzt die zwischen 1874 und 1875 eröffnete Bahnstrecke. Der Queich folgt sie am längsten. Das kürzeste Meeting hat sie mit der Wieslauter in Hinterweidenthal.

Zu den Quellen

Ruine Gräfenstein
Ruine Gräfenstein

Kein Witz. Mit der Bahn nach Hauenstein (zur Queichquelle), nach Hinterweidenthal (Wieslauterquellen) oder nach Münchweiler oder Pirmasens (Rodalbquelle) – und das persönliche Quellwunder wird wahr. Man kann natürlich auch einfach den Bachläufen folgen, sich einem der Seitenbäche annehmen (Tipp: Das Moosbachtal ist sehr idyllisch) oder etwa auf den Spuren des Albersweiler Kanals wandern. Ein Kanal? Richtig! Zwölf Kilometer lang war die schiffbare und vom Wasser der Queich gespeiste älteste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Marschall Vauban, der von 1688 bis 1691 Landau als gewaltiges Bollwerk gegen Frankreichs Feinde ausbauen ließ, konnte die zum Ausbau nötigen Steine bequem per Lastkahn vom Steinbruch bei Albersweiler transportieren lassen. Zu sehen gibt es noch Reste der Landauer Festungswerke aus der Zeit als Bundesfestung nach 1815, Schleusen und den Steinbruch in Albersweiler natürlich.

Durch das Rebenmeer in den Wald

Gerbergasse in Annweiler
Gerbergasse in Annweiler

Keiner schöner Land! Wer von Gleis 2 in Landau die Reise in den Pfälzerwald antritt, dem bietet sich bereits vor God-ramstein die unvergleichliche Kulisse des Pfälzerwaldes im Hintergrund. Davor die Rebenspaliere, die bergauf und bergab verlaufen. Dazwischen Winzernester. Wir sind am Übergang vom Reben- zum Waldmeer. Siebeldingen-Birkweiler. Linkerhand schwingen Weinberge sanft nach Siebeldingen hinunter. Dann liegt schon rechts Albersweiler unter weinbestockten Südhängen. Wenn sich die dramatisch schöne Kulisse der Reichsburg Trifels, linkerhand hoch über Annweiler auf einem viel zu spitz zulaufenden Berg, ins Bild drängt, ist der Übergang geschafft. Streuobstwiesen ersetzen den Wein und die Bahn macht gute Miene zum Kulissenwechsel. Sehenswert ist die Annweiler Altstadt mit der historischen Stadtmühle, dem Museum und der Wassergasse. Wer Trifels, Anebos und Münz besuchen möchte, kann hier aussteigen und in Siebeldingen-Birkweiler wieder zusteigen. Umgekehrt geht das natürlich auch…

Mit Pocketguide "Durch den Pfälzerwald", Queichtalbahn KBS 675

Acht Tourentipps (verfügbare Links zum Download der GPX-Tracks etc. s.u.)

 
  • Von Landau nach Albersweiler
  • Von Birkenweiler-Siebeldingen nach Annweiler
  • Von Wilgartswiesen nach Annweiler
  • Von Rinnthal nach Wilgartswiesen
  • Von Hinterweidenthal nach Hauenstein
  • Von Hinterweidenthal nach Münchweiler
  • Von Münchweiler nach Rodalben
  • Von Münchweiler nach Pirmasens


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März/April 2008