© Klaus-Peter Kappest

Der Kyffhäuser (Serie Thüringen, Teil VI)

Ausgabe 140 – Mai/Juni 2008

Deutschland

Wie ein schlafender Drache ragt der Kyffhäuser aus der flachen Landschaft Nord-Thüringens auf. Bekannt ist das Gebirge vor allem durch das berühmte Kyffhäuser-Denkmal. Doch das kleinste Mittelgebirge Deutschlands hat noch viel mehr zu bieten: Reich an kul

Sagenhaft

Kloster Donnhof
Kloster Donnhof

Die Sonne schimmert golden durch das Laub. Der lauschige Rastplatz unterhalb der Ruine der Reichsburg Kyffhausen liegt etwas versteckt und ist daher ideal für ein ausgiebiges Picknick. Nur wenige hundert Meter weiter thront das Kyffhäuser-Denkmal über dem dichten Blätterdach der Buchen und Eichen. Majestätisch und weithin sichtbar erhebt es sich auf dem 457 m hohen Kyffhäuserburgberg, dem zweithöchsten Berg des Gebirges. Hier schläft der Sage nach Kaiser Barbarossa und wartet auf seine Auferstehung. „Er soll noch nicht tot sein, sondern bis zum Jüngsten Tage leben, auch kein rechter Kaiser nach ihm mehr aufgekommen. Bis dahin sitzt er verhohlen in dem Berg Kyffhausen“, schrieben im Jahre 1816 die Gebrüder Grimm. Das Denkmal wurde zwischen 1890 und 1896 zu Ehren des „Rotbarts“ und Kaiser Wilhelms I. – er wurde durch die Gründung des deutschen Reiches als der „Erfüller der Barbarossasage“ betrachtet – auf einem schmalen, steil abfallenden Bergsporn errichtet. 247 Treppenstufen führen im Inneren des Turms 81 m bis zur stilisierten Kaiserkrone hinauf, doch die herrliche Aussicht über die Goldene Aue bis zum Harz im Norden und über die Diamantene Aue bis zum Thüringer Wald im Süden entschädigt für die Mühen des Aufstiegs.

Reise in die Vergangenheit

Wander-Rast auf Burg Kyffhäuser
Wander-Rast auf Burg Kyffhäuser

Die Ruine der Reichsburg Kyffhausen, eine der größten und mächtigsten Burganlagen des Mittelalters, wurde beim Bau des Kyffhäuserdenkmals zum Teil überbaut. Reste der weitläufigen Burg, die im 11. Jh. Als Schutz- und Fluchtburg der Kaiserpfalz Tilleda errichtet wurde, sind bis heute zu besichtigen. Der rote Buntsandstein schimmert durch die Blätter und verleiht dem Ensemble der einstmals dreigeteilten romanischen Höhenburg eine mystische Atmosphäre. Bereits im 10. Jh. Entstand am Fuße des Kyffhäusergebirges die Kaiserpfalz Tilleda, die nach dem Aufenthalt Barbarossas im Jahre 1174 zunehmend verfiel und an Bedeutung verlor. Ausgrabungen im 20. Jh. Ließen aus den Resten ein sehenswertes Freilichtmuseum entstehen. Während des Rundganges durch die Anlage mit rekonstruierten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden wird viel Wissenswertes über das Leben und die Arbeit der Menschen im Mittelalter vermittelt. Noch weiter in die Vergangenheit führt das Archäologische Freilichtmuseum Funkenburg.

Klangskulptur im Schlosspark Sondershausen
Klangskulptur im Schlosspark Sondershausen

Zwei Kilometer westlich von Greußen wurden am Fundort der 2000 Jahre alten germanischen Siedlung detailgetreue Rekonstruktionen von Wohn- und Arbeitshäusern, Speicherbauten und Befestigungsanlagen errichtet. Vier weitere Burgen – Arnsburg, Sachsenburgen, Straußberg und die Wasserburg Heldrungen – gehören zu den interessanten historischen Wanderzielen der Kyffhäuser Region. …

Mit 12-seitigem Pocketguide mit vier ausführlichen Wandertipps:

 
  • Kyffhäuserweg (Ostvariante). Zwischen Bad Frankenhausen und dem Kyffhäuser-Denkmal
  • Geopfad Südkyffhäuser. Karst, Thymianduft und alte Handelswege
  • Aussichtstour zum Possen. Rundblick zwischen Thüringer Wald und Harz
  • Rankeweg & Schreckerandweg. Unstruttal und Hohe Schrecke


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Ausgabe 140

Mai/Juni 2008