© Klaus-Peter Kappest

Frühlingserwachen: Der Westerwaldsteig

Ausgabe 140 – Mai/Juni 2008

Deutschland

Der Wanderfrühling fängt in diesem Jahr besonders gut an, denn die deutsche Wanderlandschaft ist mit dem Westerwaldsteig um 235 stolze Kilometer reicher geworden. Von Bad Hönningen im Rheintal bis Herborn im Lahn-Dill-Kreis zieht sich der neue Weitwande

So muss ein Weg beginnen!

Wolfssteine im Hohen Westerwald
Wolfssteine im Hohen Westerwald

Eigentlich ist es jedem selbst überlassen, wo eine Wanderung auf dem Westerwaldsteig ihren Anfang nehmen soll. 17 Etappen zwischen acht und zwanzig Kilometern Länge sowie zahlreiche markierte Zuwege ermöglichen Ein- und Ausstiege nach Belieben. Wir starten unsere Tour am offiziellen Endpunkt, in Arienheller bei Bad Hönnigen, direkt am Schnittpunkt von Westerwaldsteig und Rheinsteig. Ein enger, steiler Hohlweg führt aus dem Rheintal hinauf in den Rhein-Westerwald. Bald wechseln sich weiche Pfade über Streuobstwiesen mit schmalen Wegen durch lichte Wälder ab. Stetig geht es bergauf. Oft lohnt ein Blick zurück, der atemberaubende Aussichten über das Mittelrheintal und die dahinterliegenden Höhenzüge der Eifel bietet. Im hellen Licht glitzern letzte Flecken Schnee, dazwischen reckt sich erstes Grün der Frühlingssonne entgegen.

Geschichte zum Anfassen

Rast am Ufer der Nister
Rast am Ufer der Nister

Die erste Etappe des Westerwaldsteiges im Rhein-Westerwald läuft für einige Kilometer parallel zum Limeswanderweg. Reste des mächtigen Grenzwalls, der vor rund 2000 Jahren das römische Reich vom Rhein bis an die Donau vor den Germanen schützen sollte, sind zu entdecken. Am Beulenberg sind vier Mitarbeiter des Landesdenkmalamts Rheinland-Pfalz mit Ausgrabungen beschäftigt. Wir erfahren, dass die beiden nebeneinanderliegenden Fundamente wohl zu einem alten und einem neueren Turm gehörten. Zuerst gab es am Limes, der heute zum UNESCO-Welterbe gehört, nur Holzbefestigungen aus Palisaden. Später wurden diese mit Steinen verstärkt. Etwa um 100 n. Chr. Rissen die Römer den Turm an dieser Stelle ab, um wenige Meter weiter aus den Resten einen neuen zu errichten. Nur 500 m weiter genießen wir die sagenhafte Aussicht von einer originalgetreuen Rekonstruktion des Limesturmes IX. Weit schweift der Blick über das hinter uns liegende Rheintal bis zu den Höhen der Eifel.

Abtei Marienstatt
Abtei Marienstatt

Historisch interessant geht es auf dem Westerwaldsteig weiter. Kaum eine Etappe, während der wir nicht auf Spuren der Römer, mittelalterliche Schlösser und Burgen, Klosterbauten und Kapellchen oder auf Reste keltischer Besiedlungen und Wallanlagen stoßen. Im Wiedtal locken kleine Fachwerkorte wie Waldbreitbach und Roßbach zur Einkehr. Majestätisch strecken Klöster ihre Kirchtürme in den blauen Himmel, auf dem Roßbacher Häubchen mit seiner atemberaubenden Aussicht tun es ihnen die dort erstarrten Basaltsäulen gleich. …



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Ausgabe 140

Mai/Juni 2008