© Klaus-Peter Kappest

Wasserrausch und Felsenschlucht: der neue Schluchtensteig

Ausgabe 140 – Mai/Juni 2008

Deutschland

Auf 118 Kilometern verläuft der neue Schluchtensteig von Stühlingen durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch und weiter zum Schluchsee. Er streift den Dom zu St. Blasien, führt hinauf nach Dachsberg und Ibach und wendet sich von Todtmoos durch das Wehratal

Der erste Akt – von Stühlingen nach Blumberg

Haslachklamm bei Lenzkirch
Haslachklamm bei Lenzkirch

Nach einer schönen Einleitung mit dem herrlichen Schloss Hohenlupfen über der Stadt Stühlingen, wenige Meter von der deutsch-schweizerischen Grenze entfernt, geht der Weg, der Wutach folgend, talaufwärts bis nach Weizen. Hier ist der Talbahnhof der berühmten „Sauschwänzlebahn“. Über vier Viadukte und durch sechs Tunnel windet sich die einst als strategische Bahnlinie errichtete, heutige Museumsbahn. Ein Stück geht der Weg bis Grimmelshofen an der Bahnlinie entlang und dann hinein in die Flühen der Wutachschlucht. Das Naturschutzgebiet „Wutachschlucht“ wurde am 26.7.1939 nach jahrelangem Ringen gesetzlich verankert. Im Blumenberg angekommen, hat man sich ein Abendessen redlich verdient. Die Speisekarte unseres heutigen Gastgebers liest sich wie folgt: geräucherte Schwarzwaldforellen, badische Weine, Fondue, Rösti, Raclette, Käsespätzle, Wild, Pfifferlinge, Schwarzwälder Schinken und Speck, die Nähe zur Schweiz lässt sich auch kulinarisch erahnen.

Der zweite Akt – Wutach pur!

Lotenbachklamm bei Bonndorf
Lotenbachklamm bei Bonndorf

Der zweite Akt ist heiter, beschwingt, bewegt und teils hoch dramatisch, mithin Spannung pur. Erst steigt man von Blumberg über eine fünf Meter lange Holzleiter zu den Schleifenbachfällen ab. Weiter geht’s, ganz harmlos nach Achdorf und durch eine Talaue zum Eingang der Schlucht bei der Wutachmühle. Rasch wird es dann etwas unheimlich. Eng rücken die steilen Wald- und Felsflanken aneinander. Hier unten im Schlund dieser archaischen Klamm wandern wir zwischen mannshoch stehender Pestwurz und an dschungeldichtem Bergwald vorbei. Von den rund 2.800 Gefäßpflanzen Süddeutschlands kommen etwa 1.200 Arten in der Wutachschlucht vor, darunter rund 40 verschiedene Orchideen. Auch die Vogelwelt ist mit fast 80 Arten für ein Engtal sehr vielfältig. Selbst Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelzen lieben die Schlucht.

Anstieg zum höchsten Punkt am Schluchtensteig: Bildsteinfelsen (1.134 m) oberhalb des Schluchsees
Anstieg zum höchsten Punkt am
Schluchtensteig: Bildsteinfelsen
(1.134 m) oberhalb des
Schluchsees

An den sonnenwarmen Hängen, in den Schluchtwäldern, findet man Esche und Ahorn, an den Südseiten Linden, Trauben- und Stieleichen sowie Maulbeerbäume. Der Weg wurde streckenweise in den Fels gesprengt. Teils führt er direkt am Fluss entlang, teils oberhalb der Wutach über Felssteige. Diese abenteuerliche Wegführung lässt das Wanderherz höher schlagen. …



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Ausgabe 140

Mai/Juni 2008