© Klaus-Peter Kappest

Burg Eltz: die Unbeschreibliche

Ausgabe 141 – Juli/August 2008

Deutschland

Von jeher üben Burgen und Schlösser eine starke Faszination auf den Menschen aus – als lebendige Zeugen vergangener Dynastien, großer Herrscher und Adelsgeschlechter. Im Tal der Elz, die das Maifeld von der Vordereifel trennt, liegt eine Burg, die man auc

Wohnen im Mittelalter

Märchenhaft! Burg Eltz im Tal der Elz
Märchenhaft! Burg Eltz im Tal der Elz

„Man kann diese Burg in Worten kaum beschreiben“, berichtete die englische Reiseschriftstellerin Katharine Macquoid 1895 in ihrem Buch „Die Eifelreise“. „Sie ist wie ein Märchen aus Stein; das gesamte Bild scheint eher ein Traum als die Wirklichkeit zu sein, und deshalb klingt jede Beschreibung entweder ungenügend oder übertrieben.“ Wahrhaft majestätisch ragt die so beschriebene Schönheit auf ihrem steilen, bis zu 70 m hohen Felsen über dem Tal der Elz auf und zieht Wanderer und Besucher vom ersten Augenblick an in ihren Bann. Niemals wurde sie erobert oder zerstört und so blieb das alte Gemäuer besonders gut erhalten.

Erbaut wurde Burg Eltz im 11. und 12. Jh. Eigentlich nicht als Festungsburg, sondern als befestigte Wohnanlage. Die gesamte Baugeschichte erstreckte sich über mehr als 500 Jahre. Das Zusammenspiel der einzelnen Baustile, von Romanik bis zum Barock, machen das einzigartige Erscheinungsbild der heutigen Anlage aus. Um eine Erbstreitigkeit zu vermeiden wurde die Burg 1268 unter drei Nachkommen der Familie aufgeteilt und von nun an als Ganerbenburg, als Gemeinschaftserbe, weitergeführt.

Jede Linie – Eltz-Kempenich, Eltz-Rodendorf und Eltz-Rübenach – baute im Laufe der Jahrhunderte ihr Anwesen innerhalb der Burgmauern aus, um die Einheit der Familie zu wahren. So kam es zu der dichten Bebauung mit einer Vielzahl von Türmchen, Erkern und anderen Elementen. In den acht eng um den Innenhof erbauten Wohntürmen lebten in mehr als 100 Räumen zeitweise über 100 Familienmitglieder mit der gleichen Anzahl Bediensteten. Der jetzige Eigentümer, Dr. Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg, lebt nur zeitweise auf der Burg, sorgt aber für ihre Erhaltung und ermöglicht den öffentlichen Zugang.

Auf Umwegen

Wandermöglichkeiten gibt es im gesamten Elztal und rund um die Burg reichlich. Wer dem Wanderweg von Moselkern kommend folgt, erlebt den ersten Blick auf Burg Eltz aus einer phantastischen – vielleicht der schönsten – Perspektive. Doch auch wenn Sie „nur“ eine Besichtigung ohne Wanderung planen, sollten Sie sich der Burg unbedingt auf dem Wanderweg abseits der Straße nähern. Der ist, vom Parkplatz kommend, mit der Markierung 5 ausgeschildert und bewahrt die Spannung bis bis kurz vorm Erreichen des Burgtores. Dann taucht die prachtvolle Anlage plötzlich hinter einem Felsvorsprung auf und verzaubert den Betrachter mit ihrem majestätischen Erscheinungsbild.

Im nächsten Jahr werden im Rhein-Mosel-Eifel-Land neue „Traumpfade“ entstehen, Premiumwanderwege, die als Tagestouren die schönsten Flecken der Region erschließen. Dann wird auch Burg Eltz durch den Traumpfad „Eltzer Burgpanorama“ um eine Wanderattraktion reicher. …

Unsere Beiträge zum Thema „Geschichte(n) für unterwegs“:



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Ausgabe 141

Juli/August 2008