© Klaus-Peter Kappest

Goldsteig in Ostbayern: die Kammvariante

Ausgabe 141 – Juli/August 2008

Deutschland

Ein Wildsteig, ein Bergpfad – anspruchsvoll und einsam. Immer über den Grenzkamm des Böhmerwaldes, durch das Herz des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Goldsteig ist eines der größten Wanderabenteuer nördlich der Alpen.

Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald

Abstieg vom Dreisesselberg
Abstieg vom Dreisesselberg

Hier laufen die Fäden zusammen. Vom Großen Arber turnt der Goldsteig hinunter zum Grenzort mit Bahnstation. Die Familienvariante des Goldsteigs verabschiedet sich in südliche Richtung. Die sportliche Kammvariante steigt über Schwellhäusl, den sensationell aussichtsreichen Ruckowitzschachten und den kleineren Sulzschachten hinauf zum Berghaus auf dem 1.315 m hohen Großen Falkenstein. Als Schachten bezeichnet man im Bayerwald die bis in die 1950er Jahre als Hochalmen im Sommer genutzten Ochsen- und Rinderweiden. Bis weit in den Juni hinein halten sich unter dem Wildwaldpelz im Kammbereich hartnäckig Schneereste. Wir empfehlen daher, die Kammvariante erst ab Mitte Juni zu begehen.

Zum Rachel

Die Himmelsleiter zum Lusen
Die Himmelsleiter zum Lusen

Die zweite Etappe vom Schutzhaus am Großen Falkenstein zum Waldschmidthaus unter dem Großen Rachel ist eine stramme Tour von 27 km und mit einem bewegten Relief, obwohl man die 1.000 Metermarke meist nur knapp unterschreitet. Die Etappe ist geprägt durch zahlreiche Schachten (z.B. Rindl-, Jährlings-, Lindbergschachten oder Verlorener Schachten) und Filze. Als Filze bezeichnet man im Bayerischen Wald die Hochmoore. Je näher der Große Rachel kommt, umso eindrucksvoller wird das Erlebnis des kolossalen Waldumbaus, der sich in den 38 Jahren Nationalparkstatus in den Hochlagen des Nationalparks vollzieht. Die gewaltige Vitalität der vom Menschen ungestörten Lebensgemeinschaften provoziert immer wieder Gänsehautgefühle. …



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Ausgabe 141

Juli/August 2008