© Klaus-Peter Kappest

Nordhessens Wanderwelten: Delikat(h)essen

Ausgabe 141 – Juli/August 2008

Deutschland

Am liebsten möchte man die Wanderschuhe ausziehen, um die weichen Pfade direkt unter den Füßen zu spüren. Wir sind unterwegs im Nationalpark Kellerwald-Edersee, Hessens einzigem Nationalpark und gleichzeitig der waldreiche Mittelpunkt Nordhessens. Drumher

Märchenland

Werrabrücke im Kurort Bad Sooden-Allendorf
Werrabrücke im Kurort Bad Sooden-Allendorf

Reinhardswald, Kaufunger Wald, Meißner, Habichtswald, Knüllgebirge, Burgwald und das Upland an der Grenze zum Sauerland liegen wie ein grüner Ring auf der Landkarte. Werra, Fulda, Schwalm und Eder durchziehen als blaue Bänder die Region, an ihren Ufern liegen aufgereiht die schönen Fachwerkorte, für die Nordhessen berühmt ist. Dort, wo der Wald landwirtschaftlichen Flächen weicht, sind es meist kleinteilige Felder und Streuobstwiesen, die der Landschaft ihr typisches Gesicht geben. Neben dem Nationalpark werten vier Naturparke – Diemelsee, Habichtswald, Meißner-Kaufunger Wald und der Naturpark Kellerwald-Edersee die Wanderlandschaft Nordhessens auf.

Ob die Brüder Grimm wohl geahnt haben, dass sich 200 Jahre später eine ganze Region auf ihre Märchen beziehen wird? Viele sagenhafte, mystische Orte lassen sich in Nordhessen entdecken, denn in und um Kassel sammelten sie den Großteil ihrer weltberühmten Kinder- und Hausmärchen. Wir stehen am Frau Holle Teich unterhalb des Hohen Meißners und genießen die traumhafte Stille. Letzter Morgennebel macht langsam der Sonne Platz. Die hölzerne Skulptur am Ufer sieht gar nicht so aus, wie man sich Frau Holle vorstellt. Stolz blickt die elegante und hoch gewachsene Gestalt mit wehenden Haaren über den See. Mit beflügelter Phantasie wandern wir los, um im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald auf Entdeckungsreise zu gehen. Kuriose Begegnungen mit stinkenden Steinen, skurril geformte, an Kobolde erinnernde Bäume und eine angeblich ehemalige Schafwaschanlage sorgen für spannende Wanderabenteuer. Ob das Dornröschenschloss Sababurg im Reinhardswald, der Rapunzelturm auf Burg Trendelburg oder ein Goldesel am Wegesrand, der Märchenlandweg verbindet auf 380 km alle Sehenswürdigkeiten rund um Märchen und Sagen. Gut, dass Nordhessen mit der Qualitätsoffensive „Märchenhafte Wanderwelt“ auch hohe Ansprüche an die Wanderinfrastruktur erfüllt. Sonst hätten wir uns bei so viel märchenhafter Ablenkung glatt verlaufen…

Extra und geheim

Frühling auf Schloss Spangenberg
Frühling auf Schloss Spangenberg

Besondere Qualität verdient eine besondere Auszeichnung. Daher hat das renommierte Deutsche Wanderinstitut strenge Kriterienkataloge für Wanderwege entwickelt und deutschlandweit die schönsten unter ihnen mit dem Premiumsiegel „Traumrouten“ (für Weitwanderwege / Mehrtagesrouten) oder „Extratouren“ (für Tagestouren) zertifiziert. Elf davon liegen in Nordhessen, weitere sollen in Kürze folgen. Im beigeklebten Pocketguide stellt Wandermagazin neun Extratouren mit detaillierter Wegbeschreibung als Tourentipps vor. Fünf weitere Wege, die noch nicht zertifiziert sind, runden als „Geheimtipps“ den Überblick über Nordhessens Wanderlandschaft ab. Da fällt die Entscheidung schwer! …

Mit Pocketguide

15 Extratouren und Geheimtipps:

Extratouren

P1: Die Königstour über den Hohen Meißner

P3: Die Panoramatour über die Blaue Kuppe zu den Leuchtbergen

P4: Weg der Ausblicke auf dem Werra-Burgen-Steig in der Hessischen Schweiz

Ronshausen: Idyllische Täler, Wald und Fernsicht

Lochbachpfad: Wildbachschlucht und Blumenwiesen

Eisenberg-Siegelweg: Landschaftsgenuss im Knüllgebirge

Christenberg: Wanderweg des Jahres 2004

Stirnhelle: Wanderung in die Vergangenheit

Verfügbare Links zum Download der GPX-Tracks etc. s.u.



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Juli/August 2008