© Klaus-Peter Kappest

Renchtal: Geschichte und Genuss

Ausgabe 141 – Juli/August 2008

Deutschland

Das sonnenverwöhnte Renchtal im Norden der Badischen Weinstraße zieht sich vom weiten Rheintal in die sanften Hügel der Ortenau hinein. Am Eingang des Tales liegt das malerische Städtchen Oberkirch, eingebettet in Weinberge und Streuobstwiesen.

Sonne und Wein

Wanderziel Allerheiligen Wasserfälle
Wanderziel Allerheiligen Wasserfälle

Weine aus Oberkirch haben eine jahrhundertealte Tradition. Vor rund 2000 Jahren brachten die Römer die Rebpflanzen in die Region. Die steilen Rebhänge im Einzugsgebiet der Ruine Schauenburg gehören zu den erstklassigen und traditionsreichen Weinlagen. Das Maskottchen des Badischen Weins ist das Sonnenmännchen. Ob es in Oberkirch erfunden wurde? Liegt doch Oberkirch im sonnenreichsten Weinanbaugebiet Deutschlands.

Während ihrer wechselvollen Geschichte hatte die Stadt am Eingang des Renchtals viele Herrschaften zu ertragen. Ende des 17. Jh. Wurde sie fast vollständig zerstört. Daher prägen heute vor allem die Fachwerkbauten aus dem 18. Jh. Das Stadtbild. Die Schauenburg thront in 397m Höhe auf einem gewaltigen Granitvorsprung hoch über Oberkirch. Im Jahr 1200 wurde sie ausgebaut und gilt als eine der schönsten Burganlagen des 13. Jh. Sie gehörte zu dem System von Burgen, die Schwarzwaldübergänge sichern sollten, hier die West-Ost-Verbindung von Straßburg durch das Renchtal über den Kniebis und Freudenstadt ins Neckartal. Von der Ruine Schauenburg hat man an klaren Tagen einen herrlichen Blick über die Stadt, hinaus ins Rheintal bis nach Straßburg und zu den Höhen der Vogesen.

Geschichtsträchtig Wandern

Kloster Allerheiligen im Ortsteil Lierbach
Kloster Allerheiligen im Ortsteil Lierbach

Eine Sage erzählt: „Die Tochter eines Ritters von der Schauenburg erscheint alle 50 Jahre einem Wanderer und bittet um Erlösung. Er muss ihr einen Wunsch erfüllen oder nach drei Tagen sterben.“ Ihr Denkmal steht, in Form zweier Granitblöcke und mit einer Schautafel der kompletten Sage, unterhalb der Schauenburg.

Keine Sage ist, dass Uta von Schauenburg das Kloster Allerheiligen in Oppenau gründete, das im hochgelegenen Lierbachtal liegt und heute ein beliebtes Wanderziel ist. Uta berief den Orden der Prämonstratenser in das Kloster. Den Mönchen lagen auch die Menschen der umliegenden Gemeinden am Herzen. Bereits im späten Mittelalter unterrichteten sie die Kinder der Umgebung. Der Sage nach hat ein Esel der Mönche einst beim Marsch auf Allerheiligen gestreikt und mit den Hufen gescharrt. An dieser Stelle stießen die Mönche auf eine Quelle, den heutigen Eselsbrunnen. Ein weiteres geschichtliches Kleinod der Region ist die Wallfahrtskirche Mariä Krönung in Lautenbach. Sie wurde von 1471 bis 1488 über der uralten Wallfahrtsstätte errichtet und wird häufig als „Juwel spätgotischer Sakralbaukunst“ bezeichnet…

Mit Tourentipp:

Über die Schauenburg zu den Allerheiligen Wasserfällen - von Oberkirch nach Oppenau

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Ausgabe 141

Juli/August 2008