© Klaus-Peter Kappest

Tiroler Oberland: Kultur- und Naturschätze

Ausgabe 141 – Juli/August 2008

Österreich

Stürzende Wasser, Bergbau in höchsten Höhen, eine römische Kaiserstraße, mittelalterliche Burgen und Grenzfestungen – und das alles vor der Kulisse eis- und schneebedeckter Gipfel des Tiroler Oberlandes. Die abwechslungsreiche Hochgebirgslandschaft bietet

Der „fallende Bach“

Wasserfall Fallender Bach in Ried
Wasserfall Fallender Bach in Ried

Tosend und tobend stürzt das Naturwahrzeichen des Tiroler Oberlandes ca. 160 Meter in die Tiefe. Ein unvergleichliches Naturschauspiel, das eine besondere Mystik besitzt, wie es auch in den Volkssagen zum „Fallenden Bach Putz ”, einem im Wasser lebenden Geist, erzählt wird. Der Wasserfall ist aber auch eine malerische Station für den Bergwanderer auf dem Weg zur Anton-Renk Hütte, denn der „Fallende Bach“ liegt nur wenige Meter von ihr entfernt. Von Ried gelangt man auf dem Weg Nr. 931 dorthin, von Fendels über den Weg Nr. F2.

Das höchste Bergwerk der Alpen

Altfinstermünz zwischen Pfunds und Nauders
Altfinstermünz zwischen Pfunds und Nauders

Hoch über Tösens und Pfunds, im Platzer Tal und im Berglertal, schürfte man bis in jüngste Zeit nach Bleiglanz, Zinkblende, Fahlerz und Kupferkies. Es waren die bedeutendsten Erzvorkommen im Bezirk Landeck, und die Anfänge des Bergbaus reichen bis ins Jahr 1539 zurück. Vor allem der hohe Silbergehalt lockte viele Knappen aus der Region ins Hochgebirge. Der Abbau erfolgte in 2.500 bis 3.000 m Höhe.

Der höchste Stollen wurde auf 2.815 m angeschlagen, doch einzelne Schürfe reichen noch höher und damit ist das Bergwerk Platzertal das höchst gelegene Bergwerk Tirols. Im Laufe seiner Geschichte ruhte der Abbau des Öfteren, wurde dann aber immer wieder aufgenommen – bis im 20. Jh. Die Bleipreise auf dem Weltmarkt sanken. Da lohnten sich die hohen Kosten nicht mehr und das Bergwerk musste stillgelegt werden. Heute stehen die Anlagen unter Denkmalschutz und können teilweise besichtigt werden.

Eine mittelalterliche Zollfeste und Gerichtsstätte

Der Übergang vom Engadin nach Tirol war für die Bewohner der Täler ein besonderer Platz, denn vom 9. bis 11. Jh. War Altfinstermünz die Gerichtsstätte für die Region Unterengadin, Nauders und Pfunds. Durch das Unterengadin geht ein Weg ins „Obere Gericht“, ein zweiter führte schon zur Römerzeit hierher: die Via Claudia Augusta. Im Jahre 1300 wurden erstmals Maut und Zoll erhoben. 1472 ließ Herzog Siegmund die ersten Befestigungsbauten errichten, so Siegmundsegg und den Brückenturm im Inn, um sich vor Einfällen aus dem Engadin zu schützen…

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Ausgabe 141

Juli/August 2008