© Klaus-Peter Kappest

Bayerisches Meer in herbstlichen Tönen - Sehenswerter Chiemsee

Ausgabe 142 – September/Oktober 2008

Deutschland

Ein bayerisches Versailles, ein Kloster mit Bauten sogar aus der Karolingerzeit, kulinarische Spezialitäten von Räucherfisch, Klosterlikör bis Marzipan, endlose Wander-, Spazier- und Radwege, ein kostenloser Busservice, Morgennebel, der aus dem See stei

Ludwigs Traum auf der Herreninsel

Wander-Rast mit Panoramablick
Wander-Rast mit Panoramablick

Vor allem Künstler aus München waren Ende des 18. Jh. Und Anfang des 19. Jh. Die ersten, die die Schönheit des Chiemsees entdeckten, sie in ihren Skizzenbüchern festhielten und später auf ihre Leinwände bannten. Das Museum im Augustiner-Chorherrenstift zeigt in seiner Gemäldegalerie „Maler am Chiemsee“ Beispiele der Landschaftsmalerei von 1790 bis in die Mitte des 20. Jh. Doch der berühmteste Fan des Sees ist sicherlich König Ludwig II. von Bayern, der sich auf der Herreninsel sein kleines Versailles setzen ließ. Als „Tempel des Ruhmes“ wollte Ludwig II. damit seinem Namensvetter, Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich, huldigen. Zwischen 1878 und 1885 wurde der Schlossbau begonnen, doch der Traum wurde nicht vollendet. Aber er löste bereits einen Besucherstrom auf die Insel aus, der sich bis heute gehalten hat.

An der Kampenwand
An der Kampenwand

Zu den Anziehungspunkten des Schlosses Herrenchiemsee mit einigen Prunkräumen und dem integrierten König-Ludwig-Museum kommt noch der weitläufige Park mit seinen Brunnen- und Gartenanlagen, der allerdings auch nicht im ganzen Umfang verwirklicht wurde. Zeit und Geld reichten nur für die mittlere Gartenachse mit den Brunnen und Wasserspielen. Seit 1994 ist dieses Glanzstück des Schlossparks, die siebenteilige Brunnenanlage mit Latona-, Fama- und Fortunabrunnen und ihren Wasserspielen, wieder zum Leben erweckt. Bis zum 3. Oktober sind sie zu jeder halben und vollen Stunde für etwa 15 Minuten in Betrieb. Schloss sowie Museum können ganzjährig mit einer Führung besichtigt werden. Die Parkanlagen sind ohnehin zu jeder Jahreszeit und zu jeder Stimmung ein schöner Aufenthaltsort. Für das genüssliche Flanieren oder auch etwas sportlicher fürs Nordic Walking.

Tassilos Klostergründung auf der Fraueninsel

Wanderer an der Kampenwand
Wanderer an der Kampenwand

In den Zeiten der Christianisierung im 7./8. Jh. Gründete der Bayernherzog Tassilo III. 772 ein Kloster auf der Fraueninsel, das damit das älteste Nonnenkloster Deutschlands wurde. Heute leben hier wieder 29 Benediktinerinnen. Um 850 stand die Selige Irmengard als erste namentlich bekannte Äbtissin der Abtei vor. Sie war eine Tochter König Ludwigs des Deutschen und Urenkelin Karls des Großen – darin zeigt sich die Bedeutung dieses Klosters. Aus karolingischer Zeit stammt auch die Torhalle mit ihren Fresken (um 860). Das Wahrzeichen des Chiemgaus wurde der freistehende Münsterturm, der Campanile, der romanisches und gotisches Bauen vereint. Diese beiden Bauepochen prägen auch Marienmünster von Frauenwörth.

Neugierige Wegbegleiter
Neugierige Wegbegleiter

Neben diesen kunsthistorischen Schätzen gibt es im Kloster auch kulinarische Köstlichkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Benediktinerinnen stellen nicht nur verschiedene Klosterliköre, sondern auch Lebkuchen und Chiemseer Marzipan her. Letzteres auch in Fischformen. Wer jedoch die Spezialitäten des Chiemsees, die „echten“ Fische, genießen möchte, findet dazu im Fischerdorf auf der kleinen Insel Gelegenheit. Wie wäre es mit einer herzhaften Semmel mit geräucherter Chiemseerenke oder einem in der Morgendämmerung frisch gefangenen Zander auf dem Teller? …


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Weitere Reportagen zum Titelthema "Herbstzeit - Kastanien, Pilze und Blätter im Farbenrausch" in diesem Heft:



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September/Oktober 2008