© Klaus-Peter Kappest

Das Gütesiegel der Langohrfledermaus - Die Sophienhöhe im Rheinischen Braunkohlenrevier

Ausgabe 142 – September/Oktober 2008

Deutschland

Wandern Sie durch eine Landschaft, die gerade erst ihren 30. Geburtstag gefeiert hat! Von Menschenhand geschaffen und noch immer in Arbeit, ragt die markante Sophienhöhe rund 200 m über die Jülicher Börde. Fast 100 Kilometer Wanderwege gibt es auf der ren

Die neue Heimat der Edelkrebse

Der Römerturm: Nachbau eines antiken Wachturms
Der Römerturm: Nachbau eines antiken Wachturms

Seltene Tiere und Pflanzen haben auf der Sophienhöhe schon wieder ihr Zuhause gefunden. Die Braune Langohrfledermaus, die von alleine in die Nistkästen am westlichen Krummen Weg gezogen ist, bestätigt damit auf ihre Art, dass der Wald „stimmt“ und die Rekultivierungsarbeit von Oberförster Günter Rosenland gelungen ist. Etwas Nachhilfe brauchte dagegen der Deutsche Flusskrebs, um seine optimalen Lebensbedingungen im Inselsee zu finden. Diese selten gewordenen Edelkrebse wurden in einem Teich in Rheinland-Pfalz entdeckt, hierher gebracht und in der geschützten, vor allem isolierten Lage ausgesetzt. Die mit nordamerikanischen Pilzen befallenen Kamberkrebse haben die Flusskrebse, die entgegen ihres Namens auch im stehenden Gewässer leben können, andernorts weitgehend ausgerottet. Rund 500 der seltenen Tiere gibt es nun im Inselsee. Mit Geduld, Glück und einer Taschenlampe kann man sie nachts am Ufer beobachten. Mit weniger Aufwand lassen sich dagegen die Zwergtaucher beobachten oder der Teichrohrsänger belauschen. Rund 100 Vogelarten und ca. 600 Pflanzenarten, darunter mindestens fünf Orchideenarten, sind auf der Sophienhöhe zu finden.

Baustelle Landschaft

Rekultivierung bedeutet nicht, die Natur nachzubauen. Der Mensch kann nur die nötige Starthilfe geben und die Natur zeigt ihm dann recht schnell, ob er die Weichen richtig gestellt hat. Dabei gilt die rheinische Rekultivierung unter Fachleuten weltweit als vorbildlich. Teile dieses Erfolges sind aber auch höchst einfach: Um eine natürliche Waldvegetation zu fördern, vor allem die Pflanzen der bodennahen Krautschicht wieder zu bekommen, greift man nicht auf Samentüten zurück. Mit dem Förderband des großen Absetzers wird der andernorts sorgfältig abgegrabene Waldboden mit all seinen Samen und Wurzelstücken als oberste Schicht auf den frischen Untergrund geschüttet. Spätestens in der nächsten Vegetationsperiode entwickelt sich das erste Grün von alleine.

In den Dünen
In den Dünen

Wie RWE Power das Land nach dem Tagebau zu gestalten hat, wird in einem öffentlich-rechtlichen Verfahren entschieden. Mit der ersten landesplanerischen Genehmigung eines Tagebaus legt man bereits das spätere Landschaftsbild fest. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die neue Landschaft nicht nur vorübergehend Ersatz und Ausgleich bieten soll, sondern als Lebens- und Wirtschaftsraum noch für viele Generationen nachhaltig nutzbar sein muss. Auch eine gute Nachbarschaft zwischen der Braunkohlenindustrie und den Menschen der Region soll wachsen können. …

Mit ausführlichem Sophienhöhe-Tourentipp

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September/Oktober 2008