© Klaus-Peter Kappest

Die Harzer Sonnenseite - Mit der Bahn vom Karst zur Kaiserpfalz. Bahnwandern zwischen Walkenried und Goslar.

Ausgabe 142 – September/Oktober 2008

Deutschland

Die Salier, für ein Jahrhundert prägendes Kaisergeschlecht der Deutschen, verliehen dem Harz kaiserliche Würden. Das war einmal, ihre Spuren sind sehenswert. Das Wasser hingegen gestaltet bis auf den Tag das sichtbare und das unsichtbare Relief des Harz.

Auferstanden aus dem Meer

Das Welfenschloss von Herzberg
Das Welfenschloss von Herzberg

Einsteigen in Walkenried. Oder aussteigen. Ganz wie man mag. Das Zisterzienserkloster im Südharz, im 12. Jh. Gegründet, lohnt einen Besuch. 80 Mönche und 240 Laienbrüder belebten die Anlage in der Blütezeit. Der Sage nach legten sie 365 Teiche an, 50 davon sind heute noch nachweisbar. Prunkvoller Lebenswandel und Verfall der Sitten führten zum Niedergang und im Zuge der Bauernkriege kam das Aus. Das Klausurgebäude, der Kreuzgang und die Reste der Klosterkirche gehören zu den sichtbaren Zeugnissen. Kaum zu glauben, dass der südliche und südwestliche Rand des Harzes, einmal den Boden eines urzeitlichen Meeres darstellte. Karstkegel, Schlotten, geologische Orgeln, schneeweiße Felsen, Höhlen, Erdfälle, Dolinen, Bachschwinden oder Flussversickerungen – das ganze eindrucksvolle Programm, dass seine Entstehung auf die gesteinsauflösende Wirkung des Wassers zurückgeht. In Walkenried bei Bad Sachsa nimmt der Karstwanderweg Südharz (die 62 km lange Nordvariante) auf dem Weg durch den Landkreis Osterode seinen Anfang.

Die Bäderparade

Die Reste der Walkenrieder Kirche
Die Reste der Walkenrieder Kirche

Wasser, Wald und würzige Luft sind wichtige Faktoren für ein Umfeld, in dem der gestresste, überforderte Mensch sich regenerieren kann. Bad Lauterberg ist das älteste der Kneippbäder im Harz. Seit 1926 kann man sich mit Kneipp`schen Anwendungen abhärten. Bad Sachsa ist seit 1905 Kurort und liegt am Ausgangspunkt unserer ersten Tour (siehe Pocketguide – liegt dem Wandermagazin in der Printausgabe bei). Es wird schnell klar, dass die strategischen Interessen der einstigen Herren des Harzes, und dazu gehörten natürlich auch die Salierkaiser mit der Kaiserpfalz in Goslar, dem harzweit einträglichen Bergbau geschuldet waren. Nahezu alle Harzorte sind im Zuge des boomenden Bergbaus gegründet worden oder erreichten zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert ihre Blütezeit. Alle Touren am Harzrand, in die Harztäler hinein oder im Herzen des Harzes, führen früher oder später an Zeugnissen und beredten Belegen des mittelalterlichen Bergbaus vorbei. Mancherorts wie in Bad Lauterberg baute man noch bis 2007 Bodenschätze ab.

Welfen und Hexen

Die Blicke vom Harzrand sind beeindruckend
Die Blicke vom Harzrand sind beeindruckend

Der Westrand des Harzgebirges ist mit kulturellen und natürlichen Höhepunkten reich beschenkt. Wer etwa unserem zweiten Tourenvorschlag von Osterode am Harz bis Herzberg folgt, hat am Ende das Vergnügen, die prächtige Schlossanlage des Welfen Heinrich des Löwen zu bestaunen. Jahrzehntelang lieferte sich der streitbare Herzog von Bayern und am Harz reich begüterte Heinrich mit Kaiser Barbarossa kleine und große Scharmützel. Am Ende wurde die Reichsacht über ihn verhängt und der Gute musste nach England ins Exil. Am Startort in Osterode liegt übrigens auch der Einstieg in die legendäre Harzüberquerung im Zeichen der Hexe auf dem Harzer-Hexen-Stieg. Hier steht der einstige Getreidespeicher. Das zwischen 1719 und 1722 entstandene Harzkornmagazin, es sicherte die Versorgung der Bergbauorte im Oberharz, beherbergt heute das Osteroder Rathaus. …

Mit beigelegtem Pocketguide mit vier spannenden Tourentipps mit Bahnanbindung im Harz



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Ausgabe 142

September/Oktober 2008