© Klaus-Peter Kappest

Drei Farben Blau - Wandern und Kunstgenuss im Blauen Land

Ausgabe 142 – September/Oktober 2008

Deutschland

Kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang lassen die besonderen Licht- und Farbstimmungen der blauen Stunde Berge Himmel und Seen im oberbayerischen Alpenvorland oftmals in malerische Blautöne tauchen. „Das Blaue Land” nannte daher der Expres

Wie gemalt: Das Blaue Land aus der Vogelperspektive
Wie gemalt: Das Blaue Land aus der Vogelperspektive

Farbenrausch

Abendrot am Staffelsee
Abendrot am Staffelsee

Beim Anblick des Münter-Hauses verstehen wir sofort, warum sich Gabriele Münter und Wassily Kandinsky hier ihr Sommerdomizil schufen. Wieße Holzbohlen, blaue Fensterläden und ein rotes Ziegeldach, umrahmt von einem verwunschenen Blumengarten machen das damals „Russenhaus” genannte Gebäude zu einem wahren Schmuckkästchen. Hinzu kommt der zauberhafte Blick über Murnau mit seiner historischen Altstadt und auf die Alpen – Astrid-Lindgren-Ambiente für Erwachsene. Münter rettete einen bedeutenden Teil von Kandinskys Werken im Keller ihres Hauses durch die Kriegs- und Nachkriegszeit und machte sie später durch die „Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung“ der Öffentlichkeit zugänglich. Die meisten Gemälde befinden sich im Münchner Lenbachhaus, einige können jedoch im Murnauer Schloßmuseum und im Münter-Haus betrachtet werden. Die Einrichtung der Wohnräume wurde dem Originalzustand von 1910 nachempfunden – Expressionismus hautnah!

Runde Sache

Uferweg am Staffelsee
Uferweg am Staffelsee

Auf 13 ausgeschilderten Rundwanderwegen lässt sich das Blaue Land bestens zu Fuß erkunden. Mit Längen zwischen vier und 20 Kilometern ist auch für jede Kondition und Wanderlust etwas dabei. Ob mit Badestopp um den Rieg- oder Staffelsee, mit Aussichtsgarantie über Guglhör, Kirnberg, Hohe Lüß und Steinbruchleiten oder steigungsarm entlang der Loisach oder durch das Murnauer Moos. Wer am Staffelsee unterwegs ist, kann die Perspektive vom Land aufs Wasser verlagern und die Wanderstrecke mit der Fahrgastschifffahrt abkürzen. Ebenfalls zu Wasser, allerdings nur mit Muskelkraft betrieben, gelangt man mit dem Ruderboot zur Insel Wörth, auf der der Grundriss der frühmittelalterlichen Klosteranlage und die St. Simpert-Kapelle besichtigt werden können. Bei warmem Wetter sollten Bikini oder Badehose nicht fehlen, denn der Staffelsee sieht zwar aus wie ein kalter Bergsee, gehört jedoch zu den wärmsten Naturseen Bayerns. Somit wird die erwünschte Erfrischung – zumindest im Sommer – nicht allzu eisig ausfallen. …

Weitere Reportagen zum Titelthema "Herbstzeit - Kastanien, Pilze und Blätter im Farbenrausch" in diesem Heft:



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Ausgabe 142

September/Oktober 2008