© Klaus-Peter Kappest

Gran Canaria: Miniaturkontinent zum Wandern und Genießen

Ausgabe 143 – November/Dezember 2008

Spanien

„Das war‘s dann wohl mit dem zeitigen Beginn unserer Wanderung“, denken wir, als die Schafherde unser Auto komplett eingekreist hat. Das kann dauern! Der Tourenguide runzelt die Stirn, atmet dann tief durch und zuckt lachend mit den Schultern. Die Gäste m

Vom Berg ins Tal

Spa des Thalasso Corallium Spa Lopesan
Spa des Thalasso Corallium Spa Lopesan

Auf 1.500 Metern gelegen ist dieser höchste Pass der Insel auch eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Cumbre-Region. Kein Wunder: dem staunenden Gast bietet sich hier ein überwältigendes Bergpanorama inklusive der beiden berühmten Felsfinger Roque Nublo und Bentayga als Wahrzeichen der Insel. Außerdem beginnt hier einer jener Wege, auf denen man Gran Canaria in seiner ganzen Vielfalt erwandern kann: von den üppigen, grünen Berglandschaften der Cumbres bis zu den wüstenhaft sandigen Bergen des Südens, durch Pinienwälder, über von blühendem Ginster bedeckte Hänge bis zu jener roten, trockenen Erde, auf der nur noch Feigenkakteen und Wolfmilchgewächse gedeihen.

Pflanzenreich

Kanarische Flora - Immer etwas größer als gewohnt!
Kanarische Flora - Immer etwas größer als gewohnt!

Es sind eigenwillige und sehr widerstandsfähige Pflanzen, die auf dieser Insel gute 200 km westlich der Sahara den Wegesrand säumen. Die Kanarische Kiefer zum Beispiel ist nicht nur extrem beständig gegen Trockenheit, sondern besitzt auch eine nahezu „feuerfeste” Rinde – eine ausgesprochen nützliche Eigenschaft für eine Pflanze, die über Jahrtausende in direkter Nachbarschaft aktiver Vulkane überleben musste. Auf dem Weg von den Cumbres hinunter ins Dorf San Bartolomé de Tirajana können wir uns von der Regenerationsfähigkeit der Kanarischen Kiefer selbst überzeugen. Aus Stämmen, die nach einem Waldbrand schwarz verkohlt sind, schießen junge grüne Triebe und scheinen uns wie ein Triumph des Lebens über alle Gefahren und Widrigkeiten.

Wolfsmilch

Pinien und bizzare Felsfinger
Pinien und bizzare Felsfinger

Die Wolfsmilch-Kandelaber, die wir ebenfalls auf diesem Weg sehen, machen da schon einen weniger fröhlichen Eindruck. In gräulichem Grün wachsen zahlreiche Triebe aus dem Stamm und geben der Pflanze das Aussehen eines gigantischen Kerzenständers. Etwas unheimlich sehen sie aus, mit den langen Armen, die ins Nichts zu greifen scheinen. Ihr Saft gilt als hochgiftig, was sich die Ureinwohner Gran Canarias zu Nutze machten: Beim Fischen in flachen Gewässern setzten sie die Milch der euphorbia canariensis als Betäubungsmittel ein – und mussten die Fische danach eigentlich nur noch einsammeln.

Mit Vorsicht zu genießen

Rincón de Tenteniguada
Rincón de Tenteniguada

Die Feigenkakteen mit ihren roten Früchten haben es uns besonders angetan. Verlockend hängen sie direkt über unseren Köpfen und wir können der Versuchung nicht widerstehen, mit bloßen Händen eine zu pflücken. Ein Anfängerfehler, den man nur einmal begeht! Die Stacheln dieser Früchte sind so fein, das man sie zwar nicht sieht, aber noch Stunden später in den Fingern spürt, ohne sie herausziehen zu können. …

Mit zwei ausführlichen Tourentipps:

Cruz de Tejeda: Grüne Gipfel und Vulkanlandschaften

Frühlingserwachen: Über die Berge von Tenteniguada

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Ab in den Süden in diesem Heft:



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November/Dezember 2008