© Klaus-Peter Kappest

Insel La Réunion, ein Kleinod der Natur: Nationalpark und UNESCO-Kandidatur

Ausgabe 143 – November/Dezember 2008

Frankreich

Es ist als habe die Natur die Insel La Réunion im Indischen Ozean auserkoren, um sich dort in ihrer ganzen Vielfalt auszubreiten. Die bis zu 3.000 m hohen Berge vulkanischen Ursprungs erheben sich aus einem türkisblauen Meer und in jeder Höhenlage blü

Fast die halbe Insel ist Naturpark

Traumstrände gehören natürlich dazu - doch La Réunion hat noch mehr zu bieten
Traumstrände gehören natürlich dazu - doch La Réunion hat noch mehr zu bieten

Orte wie La Nouvelle oder Marla gibt es in der modernen, zivilisierten Welt nur wenige. Spitzentechnik vom Fernseher bis Internet, jeglicher Komfort und eine vorzügliche Gastronomie, trotzdem herrscht hier die Stille fast unberührter Landstriche. Nur an manchen Tagen verrät das Geräusch eines Hubschraubers, dass im Talkessel von Mafate eine Errungenschaft der Moderne für die Versorgung verantwortlich ist. Es gibt keine Straße, die über die Steilwände zu den verstreut liegenden Ansiedlungen in die früheren Kraterlandschaften des Piton des Neiges führt, nur Wanderwege. Und die rund 800 Einwohner wollen auch, dass es dabei bleibt. Der Cirque de Mafate gehört zu den wenigen bewohnten Regionen im Kerngebiet des seit 2007 eingeweihten Nationalparks von La Réunion. Ziel ist es, neben dem Schutz der unterschiedlichen Biotope zwischen Meereshöhe und dem 3.071 m hohen Pitongipfel, auch die Lebensweise der Bewohner in den abgelegenen Landstrichen zu erhalten.

Am Piton de La Fournaise
Am Piton de La Fournaise

Dazu gehören die unzähligen Wasserfälle im, von der Erosion geformten, Cirque de Salazie, aber auch der überlieferte Anbau von Wein bei Cilaos im gleichnamigen Talkessel. Im weniger besuchten Inselinneren ist das Brauchtum der Bevölkerung, eine bunte Mischung aus Menschen und Kulturen, noch sehr lebendig. In den kreolischen Dörfern ist das harmonische Nebeneinander besonders spürbar. Das Kerngebiet des Naturparks umfasst 42 % der Inselfläche, die Randgemeinden können sich freiwillig um eine Mitgliedschaft bewerben.

Schwerpunkt verträglicher Tourismus

Zum inneren Bereich des Nationalparks gehört natürlich auch das Kratergebiet des Fournaise-Vulkans, das aufgrund seiner Aktivität immer wieder einen anderen Anblick bietet. Auf den erkalteten Lavaflächen breitet sich nach kurzer Zeit erneut eine interessante Vegetation aus. Wanderungen im Vulkangebiet sind nicht nur aufgrund der eigenwilligen Landschaft beeindruckend, entlang der Wege kann die ganze Vitalität der Natur beobachtet werden. Inzwischen sind die Ausgangspunkte der beliebtesten Wanderstrecken im Nationalpark mit öffentlichen Bussen erreichbar. Bei den gut ausgestatteten Wanderunterkünften – Gästezimmer oder Herbergen – wird der Einsatz erneuerbarer Energien gefördert. …

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Ab in den Süden in diesem Heft:



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November/Dezember 2008