© Klaus-Peter Kappest

Blaues Wunder: Irische Wanderwelten

Ausgabe 145 – März/April 2009

Irland

Ein leichter Wind weht an diesem Morgen vom Meer herauf und vertreibt den Frühnebel. Neugierige Schafe kommen durch das saftige Grasland gestapft um zu schauen, welch seltsame Wesen das sein mögen, die mit bunten Rucksäcken und komischen Stöcken schon so

Mehr als grün

Bunte Aussichten: Häuserzeile in Kinsale
Bunte Aussichten: Häuserzeile in Kinsale

Wer auch immer sich den Beinamen „grüne Insel“ für Irland ausgedacht hat, der wurde dem sagenhaften Eiland zwischen Atlantischem Ozean und Keltischer See nicht ganz gerecht. Denn Irland ist vor allem eines: kunterbunt. Das tiefe Blau des Ozeans leuchtet auf Wanderungen entlang der Küste mit dem Himmel um die Wette, in bunten Häuserzeilen buhlen kleine Pubs und Geschäfte um den knalligsten Farbton und die Hügel im Inselinneren erblühen im Sommer vielerorts im zarten Lila des Heidekrautes. Auch die Palette der Wandermöglichkeiten bietet mittlerweile ein ebenso breites wie buntes Spektrum. Während Wanderer in Irland noch vor 20 Jahren als Exoten galten, liegen ihnen heute mehr als 3.000 Kilometer markierte Wanderwege zu Füßen.

Vom gemütlichen Spaziergang über Tageswanderungen bis hin zu langen Trails ziehen sie sich wie ein Netz über die gesamte Insel. Die Schwierigkeitsgrade variieren dabei von leichten Kurzwanderungen bis zu durchaus alpinen Pfaden. Meistens jedoch sind die Wege für Wanderer mit normaler Kondition und Ausrüstung gut geeigent. Und tiefe Einblicke in die eigensinnige Schönheit der irischen Landschaft gehören auf jeden Fall dazu.

Gut zu Fuß

Picknik in traumhafter Kulisse: Irlands Küste im Südwesten
Picknik in traumhafter Kulisse: Irlands Küste im Südwesten

Das Wanderland Irland hat für jeden etwas zu bieten. So ist z. B. der Cavan Way, der auf 26 km durch das Quellgebiet des Shannon River führt, ideal für eine ausgedehnte Tageswanderung. Wer gerne länger unterwegs sein möchte, kann ihn mit dem Leitrim Way (48 km) und dem Miner’s Way (128 km) verbinden. Die längste Strecke ist der 387 km lange Bealach na Gaeltachta, der Weg durch den gälischsprachigen Teil der Halbinsel Connemara. Ein weiterer Höhepunkt des irischen Wandernetzes ist der Dingle Way rings um die zerklüftete Halbinsel an der Westküste, dessen höchste Erhebung trotz Küstennähe auf 640 Metern liegt. Fast ohne Steigung kommen hingegen die ehemaligen Leinpfade entlang des Grand Canal und des Royal Canal aus – gut für Familien oder Einsteiger. Der Ballyhoura Way durch die Grafschaft Tipperary bringt es auf immerhin 80 km. Die offiziellen irischen Wanderwege (National Waymarked Walking Ways) sind meist in Etappen von etwa 20 km aufteilbar und bieten am Ziel wanderfreundliche und gemütliche Unterkünfte, oft in privaten Bed & Breakfast-Quartieren. Die längste Etappe erstreckt sich auf dem Western Way in der Grafschaft Mayo über 67 km – da empfiehlt sich die Übernachtung im Zelt. Das irische Wanderwegenetz ist gut ausgeschildert, ein gelber Pfeil und Wanderer-Piktogramm weisen den Weg. Dennoch empfiehlt es sich, gute Wanderkarten oder Wanderführer bei sich zu tragen, auch, um keine der zahlreichen historischen, archäologischen und natürlichen Sehenswürdigkeiten am Weg zu verpassen. …



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Ausgabe 145

März/April 2009