© Klaus-Peter Kappest

Einmal und dann immer wieder: Wandern in der Normandie

Ausgabe 146 – Mai/Juni 2009

Frankreich

Normandie – der Name der Region im Norden Frankreichs weckt Assoziationen an Kreidefelsen, Apfelbäume, Calvados und elegante Seebäder. Erinnern sich die Älteren der Alliierten-Landungen an Stränden wie Omaha- und Utah-Beach, so denken Jüngere eher an Stra

Das Paradies der Nordmänner

Mystische Felsinsel: Der Mont-Saint-Michel
Mystische Felsinsel:Der Mont-Saint-Michel

Als die Wikinger um 900 aus dem eisigen Norden in die Normandie kamen, musste sie ihnen mit ihrem milden Seeklima, den grünen Wiesen und wildreichen Wäldern vorgekommen sein wie ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Kein Wunder also, dass die Wikinger hier schnell Fuß fassten. Aus den Nordmännern wurden bald waschechte Normannen. Einem von ihnen, der gut 150 Jahre später auszog, um England zu erobern, verdankt die Region ein UNESCO-Siegel. Die Heldentaten von Wilhelm dem Eroberer stickten fleißige Frauenhände in einen knapp siebzig Meter langen Wandteppich. Der damit wohl längste „Comicstrip“ der Welt ist heute im Museum von Bayeux zu bewundern.

Ein weiteres Wunder der Normandie, und ebenfalls Kulturerbe der UNESCO, ist der spektakuläre Mont-Saint-Michel. Im Mittelalter war die Felseninsel mit dem mächtigen Kloster ein bedeutendes Ziel für christliche Wallfahrer. Nachdem das Marschieren auf den Spuren von Pilgern wieder im Trend liegt, begeben sich erneut viele Wanderer auf den „Chemin du Paradis“ zum Mont-Saint-Michel. Das klingt ungleich verlockender, als sich laut dem Dichter Petrarca auf den „harten Weg“ nach Santiago de Compostela zu machen.

Begeisternde Farben

Gut erhalten und restauriert: die Windmühle von Hauville
Gut erhalten und restauriert: dieWindmühle von Hauville

Man muss nicht aus dem hohen Norden kommen, um die Normandie zu lieben. Dazu reicht schon das unvergleichliche, von Impressionisten wie Claude Monet gerühmte Licht und der Himmel, der manchmal im Minutenwechsel ein anderes Schauspiel bietet. Im Sommer wetteifern blühende Flachsfelder, Meer und Firmament um das schönste Blau. Und dann erst das Grün. Weiden, auf denen sommersprossige Kühe grasen, Hecken, hinter denen hochbeinige Traber oder kräftige Cobs schnauben, schier unendliche Reihen von Apfelbäumen und lichte Laubwälder. Eine echte Farbtherapie zum Entspannen.

Das milde Klima macht die Normandie zu einem einzigen Garten. Kaum ein Haus, das nicht von Blumenpracht umgeben ist. Selbst größere Anwesen sind hinter einer üppig blühenden Vegetation kaum auszumachen. Kleine Dörfer mit von Hortensien gesäumten Fachwerkhäusern wirken wie aus dem Land der Hobbits. Seit einigen Jahren öffnen auch viele Besitzer von Herrenhäusern oder Schlössern die Türen zu ausgedehnten Gartenanlagen für Besucher. ...



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Mai/Juni 2009