© Klaus-Peter Kappest

La Manche: Wandern und Radeln im Hinterland

Ausgabe 146 – Mai/Juni 2009

Frankreich

Wie eine vorwitzige dicke Nase streckt sich das westlichste Departement der Normandie in den Ärmelkanal, der ihm folglich seinen Namen La Manche verleiht. Vom legendären Utah Beach über das Kap de la Hague kann auf dem rot-weiß gekennzeichneten GR 223 ent

Europa vereint am Tisch

Chateau de la Roque: Gästezimmer beim Radsportprofi Raymond
Chateau de la Roque: Gästezimmerbeim Radsportprofi Raymond

Beim Essen im Gästehaus Château de la Roque geht es zu wie beim Turmbau zu Babel. Ein schönes Bild in einer von der Geschichte gebeutelten Region, heute sitzen hier Elsässer, Italiener, Deutsche, Franzosen und Belgier an einem Tisch und reden in allen Sprachen sowie Gesten miteinander. Die paneuropäischen Plaudereien begleiten eine Mahlzeiten mit Zutaten aus dem eigenen Garten. Mit Gemüse kennt sich Gastgeber Raymond Deslisle ebenso aus wie mit der Aufzucht von Geflügel. Etwas Pfeffer im Futter mache es kräftiger, verrät er mir. Als ehemaliger Radrennsportler hat er auch gute Tipps für Fahrradtouren. Der Träger des begehrten gelben Trikots der Tour de France empfiehlt für Untrainierte den zum größten Teil befestigten Treidelweg entlang der Vire. Raymond meint, da führe sogar seine Frau. Nun denn.

Auf dem Treidelweg

Blick auf das Vire-Tal vom Felsen von Ham
Blick auf das Vire-Tal vom Felsenvon Ham

Die Strecke durch das Tal der Vire gehört zu den so genannten „Voies Vertes“. Das sind rund 250 km spezielle  Rad- und Wanderwege auf ehemaligen Treidelwegen oder Bahntrassen im Departement La Manche. Im ehemaligen Schleusenwärter-Haus bei der Kanu-Freizeitanlage in Condé sur Vire sind Fahrräder zu mieten. Ab hier führt der Treidelweg flussaufwärts durch eine stille Wiesenlandschaft, wo sich die Vire zwischen dichtem Uferbewuchs windet. Das Flüsschen verleiht sowohl einer Kleinstadt als auch der von Kennern geschätzten Kuttelwurst „Andouille de Vire“ ihren Namen. Der Wind lässt die Blätter rauschen und kräuselt das Wasser, über das einige Sportruderer auf extrem schlanken Booten flussaufwärts gleiten. Neugierig traben zwei Pferde an einen Weidezaun, dem eleganten Schritt nach sind es auch Traber. Die Normandie ist nicht nur das Land der Apfelbäume, sondern auch der Pferdezucht. ...



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Ausgabe 146

Mai/Juni 2009