© Klaus-Peter Kappest

Lass’ Dir Zeit: Schwarzwälder Wandergenuss in Schramberg

Ausgabe 146 – Mai/Juni 2009

Deutschland

Die Zeit, die Zeit. Dem Einen verrinnen wertvolle Sekunden, dem Anderen will die Zeit nicht vergehen. Sich selbst neu verorten, einnorden – die innere Uhr des Zeitempfindens mit dem äußeren Zeitmaß neu verdrahten. Wandern ist ein sicherer Weg zu einem neu

Junghans, Uhren und Schramberg

Ein Stein, ein Bach und etwas Muße. Schramberger Zeitgeschenke.
Ein Stein, ein Bach und etwasMuße. Schramberger Zeitgeschenke.

Jeder weiß es, die Uhrenmarke Junghans und Schramberg gehören zusammen. 1861 öffnete die erste Junghans-Uhrenfabrik. Zeit und die Entwicklung der Zeitmessung spiegeln sich im historischen Villenpark Junghans, heute Park der Zeiten, im Stadtmuseum und ab 2010 im Technik-Museums-Park in der ehemaligen Hamburg-Amerikanischen-Uhrenfabrik. Mitten in der Stadt ist der Park eine Ruheoase, die Jahreszeit, Natur und Kultur sinnlich erfahrbar macht. Kleine Besucher sollten auch viel Zeit zum Spielen und Beobachten mitbringen. Das Stadtmuseum zeigt zahlreiche Schwarzwald- und Industrieuhren aus dem 18. bis 20. Jh. Das Highlight des Museums ist die rund fünf Meter hohe Kunstuhr, die Arthur Junghans 1897 für die Weltausstellung in Paris anfertigen ließ. Es war jene Ausstellung, für die auch der Eiffelturm errichtet wurde. Mit der Industrialisierung änderte sich das Verhältnis der Menschen zur Zeitmessung. Plötzlich brauchten die Menschen einen Wecker, damit sie pünktlich zur Arbeit kommen konnten – Verspätungen wurden hart geahndet. Dies war eine der Grundlagen für den Welterfolg von Junghans in der industriellen Uhrenproduktion. Den Takt gab jetzt oft nicht mehr die Natur, sondern der Minutenzeiger vor. Wir aber wollen beim Wandern aus der täglichen Zeitfalle aussteigen. Denn hier am Tor zwischen Neckartal und Schwarzwaldhöhen kann man herrlich wandern und dabei auch zahlreiche Burgen besteigen.

Burgen thronen über Schramberg

Interessant für jeden Zeitwanderer und Naturfreund: das Römerkastell Waldmössingen
Interessant für jeden Zeitwanderer:das Römerkastell Waldmössingen

Hoch über der Stadt thront das Wahrzeichen von Schramberg „ die Burgruine Hohenschramberg“. Im Mittelalter war das Bauwerk eine der mächtigsten Wohnverteidigungsanlagen im gesamten süddeutschen Raum. Hans von Rechberg begann 1457 mit dem Bau und somit gehört sie gleichzeitig auch zu den letzten mittelalterlichen Burgenbauten in Deutschland. Die Reste der einstmals so stattlichen und wehrhaften Burg liegen auf einem steilen Felsvorsprung hoch über der Stadt. Beim Tourentipp „Große Talstadtrunde“ kommt man nicht nur an dieser Burg vorbei, sondern auch an den Burgruinen Schilteck und Falkenstein. Von der Schilteck existieren heute noch Teile der inneren Verteidigungsmauer und der Bergfried. Die Anlage wurde wahrscheinlich um 1200 von den Herren von Teck errichtet. Burg Falkenstein ist eine relativ kleine Burg, die wahrscheinlich der Überwachung des Handels diente. ...


Mit eingeklebtem Pocketguide mit acht Tourentipps (Links zum Download der GPX-Tracks etc. s.u.):

 
  • Hoch über dem Bernecktal
  • Von Schramberg zum Gedächtnishaus
  • Von Schramberg nach Schiltach
  • Von Schramberg auf den Sonnenberg
  • Rundweg um Schramberg Talstadt
  • Zum Windkapf
  • Der Tennenbronn-Achter
  • Von Heiligenbronn nach Waldmössingen


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Mai/Juni 2009