© Klaus-Peter Kappest

Seine-Maritime: Durch stille Auen und über windige Klippen

Ausgabe 146 – Mai/Juni 2009

Frankreich

Die bekanntesten Landstriche dieses Departements sind die Kreidefelsen der Alabasterküste. Die Landschaft von Seine-Maritime wird, wie der Name verrät, vom Seine-Tal und dem Meer geprägt. Das hier herrschende Licht und die Mäander der Seine bannten viele

Wo das Herz von Agnès schlug

Postkartenmotiv par excellence: die Klippen von Etretat
Postkartenmotiv par excellence:die Klippen von Etretat

Um die andere Seite kennen zu lernen, müssen wir irgendwie die Seine überqueren. Das ginge schnell über die Brücke von Tancarville. Viel romantischer dagegen mit der alten Fähre von Quillebeuf, und zudem noch gratis. Der englische Maler William Turner hat diese Gegend nahe der Mündung wunderbar festgehalten. Unterhalb der Abtei-Ruine von Jumièges weiter flussaufwärts erstreckt sich ein Seine-Mäander. Dort führt uns eine kurze Wanderung vom Herz der Agnès Sorel zu ihrem letztem Wohnort. Charles VII. hatte die erste offizielle Mätresse eines französischen Königs in einem Herrenhaus in Mesnil-sous-Jumièges untergebracht. Sie verstarb jedoch kurz danach, vermutlich vergiftet, im Februar 1450. Ihr Herz blieb in der Abtei, der Leichnam wurde in der Residenzstadt Loches beigesetzt. Wo sich das Schicksal der schönen Agnès erfüllte, marschieren wir an Apfelbäumen vorbei durch grüne Auen, oft begleitet vom Rauschen der Seine.

Den Fischern folgten die Touristen

Angepasste Vegetation, Wind und Wellen am Küstenweg GR 21
Angepasste Vegetation, Wind undWellen am Küstenweg GR 21

So schön das Hinterland der Normandie auch ist, es wäre eine Sünde nicht über den berühmten Steilfelsen von Etretat zu wandern. Wie sich die Alabasterküste entwickelte erfahren wir von Cyriaque Lethuillier. Der Ornithologe begleitet uns ein Stück auf dem GR 21 über die alle Postkarten zierenden Klippen. Im frühen Mittelalter ließen sich zuerst einige Fischer in den Einschnitten zwischen Kreidefelsstöcken nieder. Später entstanden kleinere Häfen und ab dem 19. Jh. kamen die Touristen. So folgten den Fischerkaten die Häuser von Seeleuten und später verschnörkelte Villen oder elegante Hotels....



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Ausgabe 146

Mai/Juni 2009