© Klaus-Peter Kappest

Man nehme... Rezept für einen gelungenen Tag im Geopark Ries

Ausgabe 147 – Juli/August 2009

Deutschland

Einen herrlich angerichteten Tag können Sie nicht nur mit Goethe, sondern auch im Geopark Ries verbringen. Ganz nach dem Motto: Man nehme ... eine einmalige Landschaft, einen schönen Wanderweg und einschlagende Geschmackserlebnisse.

Eine einmalige Landschaft

Herbststimmung auf dem Adlersberg
Herbststimmung auf dem Adlersberg

An einem Tag vor 14,3 Millionen Jahren verwüstete der Einschlag eines Doppelasteroiden in grauer Vorzeit den Süden Deutschlands. Heute eine Attraktion für Touristen, zählt das Nördlinger Ries mit seinem Zwillingskrater Steinheimer Becken zu den am besten erhaltenen Großkratern der Erde. Das Nördlinger Ries, eine flache, kreisrunde Einsenkung von etwa 24 Kilometern Durchmesser – der so genannte Rieskessel – bildet die Grenze zwischen Fränkischer Alb im Osten und Schwäbischer Alb im Westen. Der Hauptteil des Rieses liegt in Bayern, „a bissle“, wie der Schwabe zu sagen pflegt, gehört zu Baden-Württemberg. Die Trümmer des kosmischen Volltreffers flogen jedoch noch viel weiter. Unmittelbar nach dem Einschlag des Ries-Asteroiden wurden durch Verdampfung und Aufschmelzung der obersten Erdschichten kleine Schmelzfetzen in einem Hochgeschwindigkeitsstrahl bis zu 450 Kilometer weit nach Böhmen, Mähren und in die Lausitz geschleudert. Ganz so weit wollen wir heute nicht wandern.

Wandern und Entdecken

Geologie zum Anfassen: Schulklasse im Suevitsteinbruch
Geologie zum Anfassen: Schulklasse im Suevitsteinbruch

Ein schöner Wanderweg ist der Schäferweg ganz sicher, ein lehrreicher darüber hinaus. Dieser herrliche Rundwanderweg verknüpft geologische, archäologische und landschaftliche Besonderheiten. Am Rand des Nördlinger Rieses gibt es zahlreiche Mager- und Trockenstandorte, die durch Beweidung entstanden sind und so als Kulturform die Landschaft prägen. Sie gliedern sich in Wacholderheiden, Trockenrasen und Brennen. Die Wanderschäfer mit ihren Herden sind unverzichtbar für den Erhalt dieser traditionellen Kulturlandschaft. Ohne sie müsste maschinelle Pflege eingesetzt werden, um der sonst drohenden Verbuschung entgegenzuwirken.


Wanderschäfer haben dem Weg nicht nur den Namen gegeben, sondern sind hier noch heute gern gesehen. Der Schäferweg führt ohne große Steigungen auf 18 Kilometern durch die einmalige Kraterlandschaft. ...

Mit Tourentipp:
Geopark Ries – Schäferweg Rund um Nördlingen (Link zum Download des GPX-Tracks etc. siehe unten)


Infos 

Ferienland Donau-Ries e.V.
Tel. 0906/74-211
www.ferienland.donau-ries.de



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 147

Juli/August 2009