© Klaus-Peter Kappest

Auf zum Ende der Welt: Der Jakobsweg nach Finisterre und Muxia

Ausgabe 148 – September/Oktober 2009

Spanien

Am Morgen liegt dichter Nebel über der Küste von Finisterre. Das sagenumwobene Ende der Welt liegt verborgen unter geheimnisvollen weißen Schwaden, die das Meer bedecken, sich um Pinien und Eukalyptusbäume legen und dieser Landzunge am westlichsten Zipfel


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Später am Morgen lichtet sich der Nebel und die Juni-Sonne taucht die Küste in gleißendes Licht: die langen weißen Strände und das tiefblaue Meer, die bunten Fischerboote im Hafen und die farbenfrohen Häuser an der Promenade. Bald werden die Pilger kommen. Dort wo das erste Mal die Sicht auf die Küste frei wird, werden sie anhalten, sich auf ihren Stock aufstützen und lange, lange aufs Meer schauen.

Ein besonderer Weg

Magische Felsen in Muxía
Magische Felsen in Muxía

Das Besondere am Camino Fisterra-Muxía besteht darin, dass dieser Pilgerweg genau dort beginnt, wo alle anderen Jakobswege enden, an der Praza do Obradoiro an der Kathedrale von Santiago de Compostela. Der Weg entspringt somit weniger einem religiösen Motiv als einer psychologischen Notwendigkeit. Nach hunderten von Kilometern durch das Landesinnere, durch Berge und Täler, über Stock und Stein, wollen die Füße nicht ruhen, bevor das Meer jener Küste erreicht ist, die einst das Ende der bekannten Welt war. Einer alten Tradition folgend, verbrennen die Pilger hinter dem Leuchtturm am Kap Finisterre die Kleidung, die sie auf dem Weg getragen haben, und lassen so symbolisch ihr früheres Leben hinter sich zurück.

Unvergesslich!

Ponte Maceira
Ponte Maceira
Finisterre - Angekommen am Ende der Welt
Finisterre - Angekommen am Ende der Welt

Die Erinnerungen an „ihren Camino“ werden sie hingegen immer mit sich tragen. Erinnerungen an wunde Füße oder schmerzende Knie ebenso wie Erinnerungen an Begegnungen mit anderen Menschen und mit sich selbst. Unvergesslich wird auch die Begegnung mit der galicischen Landschaft, der Kultur und der Gastfreundschaft dieses Landstrichs bleiben: Der würzige Geruch von Pinien und Eukalyptuswäldern, die saftigen grünen Wiesen, auf denen Kühe grasen, die dickwandigen Häuser aus Granitblöcken, die sich oft einsam in die  weite Landschaft ducken oder sich zusammenfinden zu kleinen Weilern, die seit Jahrhunderten dem Wandel der Zeiten zu trotzen scheinen. Ponte Maceira auf der ersten Etappe des Camino Fisterra-Muxía ist ein solches Dorf. Wunderschön ist der Blick von seiner mittelalterlichen Brücke auf den Rio Tambre und den dahinter liegenden Eichenwald, durch den der weitere Weg die Pilger führt. ...



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Ausgabe 148

September/Oktober 2009