© Klaus-Peter Kappest

Aussichten wie im Paradies - Wanderjuwel Tannheimer Tal

Ausgabe 148 – September/Oktober 2009

Österreich

Eine intakte Bergwelt mit allem, was dazu gehört, ein Wanderwegenetz und ein Angebot der Aussichten, das keine Wünsche offenlässt, und noch etwas Gutes: Es beginnt gerade einmal 30 km südlich von Kempten im Allgäu. Das ist das Tannheimer Tal.

Das Tal mit den rekordverdächtigen Aussichten

Aus dem Hochtal gibt’s reihenweise Blicke auf die Zweitausender ringsherum. Von den Aussichtsbalkonen der Wiesenmatten und Almen öffnet sich ein gigantischer Horizont. Hinauf und hinüber zu den anderen Bergen, hinunter und hinein ins Tal. Das Tannheimer Tal ist ein Refugium der Spaziergänger, Nordic Walker, der Läufer, Wanderer und Gipfelstürmer. 300 Kilometer gekennzeichnete Wege bieten ein Paradies für Wanderer. Familien mit Kindern finden hier im Westen Tirols ebenso ideale Bedingungen wie Bergwanderer. Ein besonderes Juwel ist das Naturschutzgebiet um den Vilsalpsee, das auf 16 Quadratkilometern Heimat von mehr als 700, zum Teil sehr seltenen Pflanzen ist. Ein kostenloser Wanderbus verkehrt zwischen allen Orten im Tal und bringt die Gäste zu den Ausgangspunkten für die schönsten Wanderungen.

Zum größten Gipfelbuch der Alpen

Kein handliches Buch, das sich in einem Rucksack verstauen ließe, wartet auf dem Neunerköpfle. Aufgeschlagen besitzt es die stolzen Maße von 3 m Höhe und 4,60 m Breite! Auch ein Grund, nicht alleine auf Bergtour zu gehen, denn in diesem Falle braucht man vielleicht die Hilfestellung beim Aufschlagen des Buches und dem Eintragen. Für den sportlichen Wanderer geht es in einer 4 ½-Stunden-Tour hoch und wieder hinunter. Der Aufstieg auf den 1.862 m hohen Gipfel lässt sich aber auch mit der Gondelbahn erleben – dann reduziert sich der Fußweg zum Gipfel auf eine gemütliche halbe Stunde. Landschaftsgenuss und Faulenzen dürfen auch mal sein! Oben sollte man sich als großer Bergwanderer wie kleiner Gondelfahrer unbedingt Zeit für den Erlebnisweg mit seinen elf interaktiven Stationen nehmen. Von der Bergstation Neunerköpfle aus dauert er – reine Gehzeit gerechnet – eine Stunde, aber natürlich braucht man für die lehrreichen Spiele rund um die Berg- und Tierwelt mehr Zeit. Der Weg ist besonders für Familien geeignet, jedoch nicht für Kinderwagen.

Seen, Gipfel, steile Steige

1 Für Augen und Ohren: Alphornbläser mit  Gipfelpanorama
1 Für Augen und Ohren: Alphornbläser mit Gipfelpanorama

Vor allem nach der Schneeschmelze, wenn die Tiere langsam wieder aus dem Winterschlaf erwachen und die umliegenden Berghänge in allen Farben leuchten, ist das Gebiet um den Vilsalpsee einen Spaziergang wert. Hier finden sich noch viele geschützte Arten wie Alpensalamander und Erdkröten, die anderswo vom Aussterben bedroht sind. Am Ufer kann man darüber hinaus mit etwas Glück Grasfrösche, Stockenten, Blässhühner und Haubentaucher erspähen, die hier zwischen Schachtelhalm und Schnabelsegge brüten. ...


Die Reportagen zum Thema "Schöne Aussichten" in diesem Heft:

Wandervergnügen nach Maß - Auf dem Ahornweg um Bad Iburg

Auf die 1000, fertig, los! - Der Bergwanderweg im Erzgebirge

Madeira - Wandermagazin-Leserreise 2010



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Ausgabe 148

September/Oktober 2009