© Klaus-Peter Kappest

Editorial: Blick in den Spiegel

Ausgabe 149 – November/Dezember 2009

Know How

Wer blickt schon gerne in den Spiegel? Weil weder Sie noch ich als bewunderungswürdige Schönmenschen, adonis- oder aphroditegleich, das Licht der Welt erblickten und weil inzwischen die eine oder andere Lebens- und Sorgenfalte die Haut ziert und ganz gewi

Wandern, so eine zunehmend größer werdende Fraktion von Medizinern, Psychologen, von Neurologen und Therapeuten, sei gesund. Klar. Das weiß doch jeder. Kaum bekannt ist, warum das so ist und wie genau etwa Häufigkeit und Intensität beim Wandern die Gesundheit stärken. Schon werden Gesundheitswanderangebote entwickelt. Fragt sich nur, ob nicht allzu offensichtliche Gesundheitsappelle die just entfachte Wanderlust beeinflussen. Wandern als Speerspitze gegen Bluthochdruck, Fettleibigkeit oder Diabetes ist ja so verkehrt nicht. Wandern als niedrig-schwellige Bewegungsform in schöner Natur mit höchstem Erlebniswert und positiven Folgen für die Gesundheit klingt schon besser. Wie erwiderte doch Hubertus Schmidt, neuer Chef vom Schmallenberger Sauerland, unlängst süffisant: „Wer lässt sich schon gerne ständig den Spiegel vorhalten?“ Übrigens: genau vor 25 Jahren, im handlichen DIN A 5-Format, erschien das erste Wandermagazin. Soviel zum Blick in den Rückspiegel.


Wandern ist gesund. Natürlich. Es ist u.a. auch deshalb so gesund, weil es tief entspannt und Freude bereitet. Damit Ihnen das in den nächsten zwei Monaten störungsfrei gelingt, haben wir wieder jede Menge Tourentipps ausgearbeitet und Regionen bewandert. Der Kraichgau ist so ein kulturelles Kleinod des Wanderns. Überraschend ist er und vor allen Dingen, er liegt ganz in der Nähe. Val d‘Aran, ein spanisches Pyrenäental, gehört gewiss dazu. Die Naturparks von Haut-Jura und Chartreuse in der Region Rhône-Alpes natürlich auch. Winterwandern! Vielleicht die gesündeste Wanderform von allen! Wandern auf geräumten Wegen, Schneeschuhwandern zum Beispiel. Dabei ist Schneesicherheit kein Wanderhindernis mehr. Egal, mit viel oder wenig oder gar keinem Schnee, Wandern geht immer, und belebt und fasziniert. Pilgerwandern ist die spirituelle Reinigung des Geistes per pedes. Diese Ausgabe beweist es. Wandern mit Hund? Klar, wenn das Herrchen oder Frauchen mit dem Hund on Tour geht, das macht Laune. Radwandern mit dem eVelo? Wir zeigen, wie das Radeln mit dem unsichtbaren Anschieber funktioniert und wo man sich die Drahtesel mit Anschieber ausleihen kann. Wandern und Kulinarik? Was für eine traumhafte Konstellation. Jetzt, wenn die Tage kürzer, die Gaststuben romantischer und die Speisekarten origineller werden. Wir haben einige Einladungen für Sie parat. Wandern mit der Bahn in der Oberlausitz, Berichte über die TourNatur in Düsseldorf von Anfang September. Ein Vorbericht zur Horizont OUTDOOR Anfang Februar in Karlsruhe, eine ganze Latte von sagenhaften Jubiläumsangeboten aus Anlass von 25 Jahren Wandermagazin und Ullrike Poller und Wolfgang Todt haben leichte Wanderstiefel im Praxiseinsatztest auf Herz und Nieren geprüft.


Drum: Frohes Wandern. Vergessen Sie bitte nicht, der Spätherbst und der Frühwinter verzaubern Natur und Mensch gleichermaßen. Und zwar mit einer wundervollen Melancholie. Ausleben sollte man sie.

Herzlichst Ihr

Michael Sänger



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Ausgabe 149

November/Dezember 2009