© Klaus-Peter Kappest

Walks with dogs: Wandern mit Vierbeinern

Ausgabe 149 – November/Dezember 2009

Know How

Reisen in Deutschland ist wieder in. Und das Wandern – die schönste und natürlichste Art der Erholung – war niemals out. Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen und der Hund hat einen steigenden Stellenwert als Mitglied der Fa

Neue Gerüche, neue Abenteuer und neue Wege zu erkunden erfreut jedes Hundeherz. Hunde lieben die Möglichkeit, zu schnuppern, zu rennen, zu schwimmen und zu springen, wie es ihnen beliebt. Wandern mit dem Hund ist aber auch lehrreich für Mensch und Tier. Jeder Hund, ganz gleich welcher Rasse, kann mit Herrchen oder Frauchen auf Wanderschaft gehen. Es gilt, dass alle Hunde, die kein gesundheitliches Handicap haben, grundsätzlich auch in der Lage sind, eine Wanderung zu „überstehen“. Die Größe des Hundes spielt dabei eigentlich keine Rolle, denn der Spaßfaktor steht an erster Stelle. Es gibt viele Beweise, dass große und kleine Hunde alle Hindernisse auf ihren Wegen meistern. Sicher kann ein großer Hund mal eben über eine Stufe springen, während man einen Kleinen schon mal tragen muss. Zu beachten ist, dass ihr Hund in regelmäßigen Abständen Verschnaufpausen bekommt, um sich regenerieren zu können. Futter, Wasser und Motivations-Leckerchen sind genauso wichtig wie die Kondition und natürlich das Alter. Übung macht den Meister!

Was man beachten sollte…

Bei Hunden, die sich noch im Wachstum befinden, sollte man etwas vorsichtig mit der Belastung umgehen. In der Regel ist ein Hund mit zwölf Monaten bis zwei Jahren, Spätentwickler mit drei Jahren, ausgewachsen. Vor jeder längeren Wanderung sollte man durch einen Tierarzt feststellen lassen, ob ihr Hund in einer guten körperlichen Verfassung ist. Wandern soll für Mensch und Hund in erster Linie Spaß machen. Die Grundbegriffe wie “Sitz”, “Platz”, “Fuß”, “Herankommen” und “Bleib” sollten selbstverständlich und Voraussetzung sein, um mit dem eigenen Tier auf Wanderschaft zu gehen. Das Kommando “Bleib” ist das sogenannte Stopp-Signal und äußerst praktisch auf Wanderungen. Falls der Hund dies alles noch nicht perfekt kann, so ist eine Wanderung auch eine tolle Trainingseinheit. Sie werden sehen, auf der Walz lernt ihr Hund fürs Leben.

Müssen Hunde an die Leine?

Innerhalb bebauter Gebiete und auf öffentlichen Plätzen herrscht bundesweit Leinenzwang. Ob ein Hund im Wald angeleint werden muss, regeln die Wald- und Forstgesetze der einzelnen Bundesländer. Von April bis Mitte Juli schreiben alle Bundesländer Leinenzwang vor. Grund ist die Brut- und Setzzeit der Wildtiere. In der Flur regeln die Ortsgemeinden, ob und wann die Vierbeiner angeleint werden müssen. Achtung: In Naturschutzgebieten müssen Hunde immer an die Leine! Doch damit nicht genug: Es gibt auch noch Landeshundeverordnungen (LHV), die regeln für bestimmte Hunderassen die Leinenpflicht. ...

Online-Plus

Ausrüstung für Vierbeiner

Wer sich mit seinem Hund auf die Socken macht, sollte über eine gute Ausrüstung für seinen Vierbeiner im Vorfeld nachdenken. Unterwegs muss man mit dem klar kommen, was man dabei hat und sich auf seine Ausrüstung verlassen können. Im Internet finden sich inzwischen viele hilfreiche Websites zum Wandern sowie zum Thema Urlaub mit dem Hund, Einreisebestimmungen, Outdoorausrüstung usw.

Bei kleinen Hunden sollte Herrchen oder Frauchen für den Notfall auch einen Platz im Rucksack haben. Grundsätzlich gibt es für jede Größe ein kleines Wanderset, darin kann ihr Liebling die Leckerlies für unterwegs selbst tragen. Dass sie für ihren Vierbeiner ausreichend Flüssigkeit, eine Trinkschale und eine Zeckenzange dabei haben sollten, versteht sich von selbst.

Halsband/Geschirr

Für Wandern im schwierigen Gelände unverzichtbar. Zu empfehlen sind Drei-Punkte-Hundegeschirre. Tipp: an Halsband oder Geschirr Anhänger mit Heimat- und Urlaubsadresse stecken.

Leine

Leinen sind Pflichtbestandteil der Ausrüstung. Zwei Meter sind ausreichend. Rollleinen nur wenn Platz im Rucksack bleibt. LED-Blinklichter bei Touren im Morgengrauen oder in die Dämmerung hinein sind sinnvoll.

Tipp: Karabinerhaken an beiden Enden, dann kann man die Leine auch mal am Gürtel befestigen

Hundeschuhe

Wenn Pfiffi zu lange auf Asphalt oder Schotter läuft, kann er sich schon einmal die Pfote durchlaufen. Achten Sie auf das Material. Es sollte sich in jedem Gelände einsetzen lassen. Das Vermessen ist natürlich wichtig. Pfotenschuhe (bekommt in Zoofachgeschäften) aus Neopren sind günstig und helfen über kleinere Verletzungen hinweg.

Tipp: Immer zwei Pfotenschuhe kaufen und tragen lassen.

Wasser- und Futternapf

Ihr Vierbeiner muss ausreichend trinken und essen. Es gibt faltbare Wasser- und Futternapfgefässe.

Liegeplatz

Etwas Kuschelige reicht aus. Dann weiß er unterwegs (bei Einkehr oder Rast), wo sein Platz ist und für die Nacht hat er es schön gemütlich.

Hundehandtuch

Man braucht es zum Trockenreiben. Empfehlenswert sind Schwimmhandtücher mit großer Saugfähigkeit. Sie sind aus Mikrofaser, man kann sie auswringen und sie trocknen schnell. Zum Transport in eine Plastikbox packen.

Verpflegung

Als Reisefutter gut verträgliches Trockenfutter mitnehmen. Bei Streckentouren mit hohem Energiegehalt. Zur Umstellung vor der Abreise schon das neue Futter beimischen.

Hunderucksack und Packtaschen

Warum sollte Ihr Hund nicht ein bisschen Futter und Wasser selbst tragen? Allerdings: Das Tragen muss geübt werden und man darf den Hund nie unbeaufsichtigt mit seinen Taschen herumlaufen lassen. Er könnte hängen bleiben!

Tipp: Bei heißem Wetter verbieten sich Packtaschen und Hunderucksack wegen Überhitzungsgefahr!

Mehr Tipps und Tricks finden Sie in dem praktischen Büchlein „Wandern mit dem Hund“, Rabea Ali, erschienen im Kynos-Verlag, ISBN 978-3-938071-66-3, zum Preis von 9,90 € (D), 10,20 € (A) und 18,10 CHF (CH)

www.kynos-verlag.de




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Ausgabe 149

November/Dezember 2009