© Klaus-Peter Kappest

La Palma: Im Rausch der Elemente

Ausgabe 151 – März/April 2010

Spanien

Als Wanderparadies für Liebhaber exotischer Vulkanlandschaften und subtropischer Nebelwälder in den Gefilden des „Ewigen Frühlings“ hat La Palma sich schon lange einen Ruf erworben. Doch „La Isla Bonita“, „Die schöne Insel“, wie La Palma auch genannt wird

Sternseher

Barranco de las Nieves
Barranco de las Nieves

„Zum Greifen nah“ scheinen die Sterne am Roque de los Muchachos, mit 2.426m La Palmas höchster Gipfel. Weltweit einmalig ist die klare Sicht in den Himmel, die sich von hier aus eröffnet. Seit 1985 widmen sich in der hiesigen Sternwarte Astronomen aus ganz Europa der Erforschung des Weltraums. Im Sommer 2009 ging ihre Forschungsarbeit in die nächste Runde: Auf dem Roque de los Muchachos wurde das größte Spiegelteleskop der Welt in Betrieb genommen. Das Grantecan (Gran Telescopio de Canarias) ist so präzise, dass man von hier aus eine brennende Kerze in Moskau oder einen Autoscheinwerfer in Australien erkennen könnte. Dies macht die Insel nicht nur zu einem Referenzpunkt für Berufs-Astronomen, sondern auch zu einem Mekka für „Sternengucker“, die hier bei angenehm milden Temperaturen sommers wie winters ihrem Hobby frönen.

Von Nebelwäldern und Drachenbäumen

Strand von Puerto Naos
Strand von Puerto Naos

Doch auch der Planet Erde fordert mit faszinierenden Phänomenen Entdecker zu immer neuen Erkundungstouren heraus, ganz besonders auf La Palma, einer Insel, die Dank ihrer vielen unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen als Miniaturkontinent mit einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt gilt. Schwarzer Lavasand bedeckt die Buchten der Küste, in deren direktem Umfeld Bananen, Mandeln, Zitrusfrüchte und Wein wachsen. Sonnendurchflutete, aromatisch duftende Kiefernwälder bedecken die Berghänge, im Hochgebirge blüht leuchtend gelb der Ginster. Bei Las Tricias haben sich die sagenumwobenen Drachenbäume in einem Tal versammelt. Schweigsam trotzen diese tausendjährigen Riesen mit gegerbter Haut und endlos sich verzweigenden Ästen dem Wandel der Zeiten. Im subtropischen Nebelwald Los Tilos wuchern Lorbeer und Riesenfarne, eine Vegetationsform, die an anderen Orten Europas seit Jahrmillionen ausgestorben ist. Die UNESCO hat dieses uralte Ökosystem, das von den Passatwinden permanent mit Wasser versorgt wird, zum Weltbiosphärenreservat ernannt.

Faszination der Vulkane

Wasserfall „Cascada de colores“ im Nationalpark La Caldera de Taburiente
Wasserfall „Cascada de colores“im Nationalpark La Caldera de Taburiente

Doch nicht nur die freundlich sanfte Küste und die tiefen Wälder eignen sich hervorragend zum Wandern, die Insel lockt auch zum Tanz auf dem Vulkan, oder zumindest zu einer ausgedehnten Wandertour durch bizarre Lavalandschaften und tiefgrüne Kiefernwälder, über Vulkankegel und Krater. Besonders sehenswert sind die Vulkane San Antonio und Teneguia. Ihre Entstehungsgeschichte und die Vorgänge in der vulkanischen Erde, in der es noch immer brodelt und kocht, werden in einem Besucherzentrum anschaulich erklärt. Mit 9 km Durchmesser und 1500 m Tiefe ist die Caldera de Taburiente nicht nur eines der bemerkenswertesten Naturwunder La Palmas, sondern auch einer der größten Erosionskrater der Welt. 1954 wurde die Caldera de Taburiente zum El Paso-Nationalpark erklärt, seit 2002 steht übrigens die gesamte Insel als Biosphärenreservat unter Schutz. ...

www.lapalmaturismo.com


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Ausgabe 151

März/April 2010