© Klaus-Peter Kappest

Nicht nur des Champagners wegen: Wandern in der Aube

Ausgabe 151 – März/April 2010

Frankreich

Natürlich wäre der prickelnde Tropfen schon Grund genug, in die Aube, ein Departement der Region Champagne-Ardenne, zu fahren. An den sanften Hängen zwischen Bar-sur-Seine und dem historischen Marktstädtchen Bar-sur-Aube reifen die Trauben, aus denen der

Kleine Meisterwerke der Baukunst

Kenner behaupten: je feiner die Bläschen, desto besser der Champagner
Kenner behaupten: je feiner die Bläschen, desto besser der Champagner

„Nicht durch die Gegend zu streifen, geht über meine Kräfte”, meinte der als Forstmeister tätige Fabeldichter Jean de la Fontaine. Die Rundwanderwege rund um das Winzerdorf Les Riceys unweit des Seinetales sind verlockend genug. Hier, wie in den anderen Dörfern der Umgebung, reihen sich blumengeschmückte Weingüter um Dorfplatz und Kirche, Fachwerkhäuser säumen stille, enge Gassen. Am Ortsrand von Les Riceys stehen aufrecht wie Zinnsoldaten die Reihen der Rebstöcke des 870 ha großen Weinbaugebietes. Es ist die einzige französische Gemeinde, auf deren Boden gleich drei AOC-Weine gedeihen, Champagner, die Coteaux Champenois und der Rosé de Riceys. Letzterer wird nur von einem Dutzend Winzer aus den Pinot-Noir-Trauben hergestellt, die Produktion erreicht in den besten Jahren lediglich 80.000 Flaschen. Doch ehe wir uns den Raritäten zuwenden, wandern wir durch die Anhöhen bei Les Riceys. Zwischen den Weinfeldern stehen immer wieder eigenwillige „Cadoles”.  Völlig ohne Mörtel wurden Mauern und Dach dieser Schützhütten errichtet, ein kleines Meisterwerk der Baukunst. Der Anblick der vielen Reben weckt unweigerlich Gedanken daran, wie die prickelnden und stillen Weine dieser Lagen wohl munden würden. Und so heißt es am Ende der Wanderung frei nach La Fontaine: „Nicht durch die Kellereien zu streifen, geht über unsere Kräfte”.

Auf den Spuren von Renoir

„Cadoles“, die Schutzhütten der Winzer zeugen von geschickten Handwerkern
„Cadoles“, die Schutzhütten der Winzer zeugen von geschickten Handwerkern

„Ich liebe Bilder, in denen ich gerne herumspazieren möchte”. Wie recht er doch hat, der Maler Auguste Renoir. Beim Anblick seines 1875 entstandenen Werkes „Chemin montant dans les hautes Herbes“ wächst augenblicklich die Lust, auf diesem Weg zu gehen. Das heitere Bild zeigt ein Kind und eine Frau auf einem in der Hitze flirrenden Pfad. Man meint die Wärme zu spüren, den Sommerduft zu riechen und unwillkürlich hebt man die Füsse, um das hohe Gras zu durchstreifen. Genau auf  diesem und drei weiteren Rundwegen folgen wir ab dem hübschen Provinzstädtchen Essoyes den Spuren des Malers. ...

www.aube-champagne.de


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Ausgabe 151

März/April 2010