© Klaus-Peter Kappest

Besonders klein, besonders lästig: Baum- und Gräserpollen

Ausgabe 152 – Mai/Juni 2010

Know How

Die meisten freuen sich, wenn in Deutschland etwa Mitte April mit der Blüte der Apfelbäume der Frühling Einzug hält. Für manche allerdings, die in dieser Zeit draußen unterwegs sind, wird jetzt jede Tour zur Tortur. Brennende Augen, eine laufende Nase und

15 bis 20 Millionen Pollenallergiker in Deutschland

Gerhard Lux, Dipl.-Meteorologe,  ist Pressereferent und Sprecher  des Deutschen Wetterdienstes  (DWD) in Offenbach am Main.
Gerhard Lux, Dipl.-Meteorologe

Schätzungen zufolge leiden etwa 12 bis 15 Prozent der Bevölkerung, also etwa 15 bis 20 Millionen Menschen, an allergischer Rhinokonjunktivitis, auf gut Deutsch an Heuschnupfen oder auch Heufieber. Für viele, die auf die Frühblüher Hasel und Erle reagieren, beginnt das Leiden bei warmer Witterung oft schon im Januar. Die besonders aggressiven Birkenpollen fliegen etwa von April bis Mitte Mai. Bereits eine einzige Birke setzt rund sechs Milliarden winziger Pollen frei. Danach folgen die so genannten Spätblüher Süßgras, Roggen, Beifuß und ab August Ambrosia. Besonders wenn es warm, trocken und windig ist, werden die Beschwerden lästig, die Leistungsfähigkeit der Betroffenen sinkt um bis zu 30 Prozent. Alleine der volkswirtschaftliche Verlust an Arbeitskraft liegt in Deutschland bei rund einer Milliarde Euro jährlich.

Pollenflugvorhersagen im Internet

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) feststellte, hat sich in den letzten Jahren die Vegetationsperiode aufgrund des Klimawandels verlängert, die Blühperioden mancher Pflanzen beginnen immer früher. Aber der DWD bietet konkrete Hilfe an: Für die wichtigsten Pollentypen werden im Internet Vorhersagen für die Entwicklung der nächsten Tage veröffentlicht. Man sollte nun wissen, auf welche Pollen man allergisch reagiert, und kann dann die zuvor mit dem Arzt abgestimmten Medikamente und Sprays vorsorglich, gezielt und regelmäßig einsetzen.
Dazu sollten weitere begleitende Maßnahmen strikt eingehalten werden. So gehört Kleidung, mit der man draußen war, nicht ins Schlafzimmer. Vor dem Schlafen sollte man die Haare waschen und das Fenster muss leider geschlossen bleiben. Die meisten Pollen machen sich nämlich nachts auf den Weg. Die Beschwerden entstehen letztlich durch eine Überreaktion des Immunsystems. Es ist sinnvoll das eigene Immunsystem zu stärken. Kommt es allerdings bereits zu allergischen Reaktionen, können längerfristig Elektroakupunktur und Hyposensibilisierung für Linderung sorgen.

Mehr Informationen dazu unter

www.dwd.de/pollenflug und

www.dwd.de/gesundheit



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 152

Mai/Juni 2010