© Klaus-Peter Kappest

Die Zicken der Zecken

Ausgabe 152 – Mai/Juni 2010

Know How

Sie lauern im Gras oder im Gebüsch. Zecken haben extrem sensible Sinnesorgane. Sie reagieren auf Geruchsreize (Atem oder Schweiß), auf Lichtveränderungen (Licht und Schatten) und Vibrationen. Gefährlich können Zeckenstiche dann werden, wenn das Spinnentie

Ausgewachsene Zecke
Ausgewachsene Zecke

Die weibliche Zecke legt bis zu 3.000 Eier ab. Lederzecken durchlaufen bis zu acht Nymphenstadien, dabei ist der Übergang von Stadium zu Stadium jeweils von einer Blutmahlzeit geprägt. Schildzecken entwickeln sich nach dem Schlüpfen zur Larve, dann zur Nymphe und schließlich zur erwachsenen Zecke. Lecker Frischblut gehört für jedes Entwicklungsstadium dazu.

Warten, suchen, stechen

Zecken warten, je nach Entwicklungsstadium, im Gras oder Gebüsch. Sie lassen sich von Mensch oder Tier abstreifen. Dann suchen sie sich ein warmes, feuchtes und gut durchblutetes Plätzchen und auf geht’s. Erst wird ein Gerinnungshemmer in die Stichwunde transportiert, dann ein Klebstoff, der die Mundwerkzeuge auf der Haut verankert. Dann ein Betäubungsmittel, damit der „Wirt“ nichts merkt und schließlich ein entzündungshemmender Wirkstoff, damit die körpereigene Immunabwehr des Wirtes nicht auf den Plan gerufen wird. So eine Blutmahlzeit kann drei Tage, bei Weibchen sogar zwei Wochen dauern. Weibchen können schon mal, vollgesogen, bis zu 3 cm groß werden.

Nicht zu spaßen

Mit Zeckenstichen ist nun wirklich nicht zu spaßen. Sowohl Borreliose als auch FSME können erhebliche Gesundsheitsschäden hervorrufen. Lyme-Borreliose führt zu Fieber, Kopfschmerzen und schweren Schädigungen an Organen, Gelenken und Muskeln. FSME führt zur Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten und kann sogar tödlich verlaufen. Was also tun?

Impfen lohnt!

Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Zwar gibt es auch eine Schnellimpfung, zu empfehlen ist aber eine dreistufige Impfung, die in der Regel drei bis fünf Jahre immunisiert und sich über ein Jahr erstreckt. Gegen Borrelien ist präventiv kein „Kraut“ gewachsen. Hier hilft nur, die Zecke möglichst rasch zu entfernen. Die Krankheitserreger der Borreliose werden nämlich erst am Ende der Blutmahlzeit aus einem Darmsekret der Zecke übertragen. Borrelien leben im Darm der Zecken. Je früher man den Quälgeist entfernt, umso geringer die Gefahr einer Infektion.

Zeckengebiete breiten sich aus

Die Hochrisikogebiete für FSME und Borreliose breiten sich seit Jahren aus. Gründe dafür sind warme Winter und feuchte Sommer. Viele Wanderregionen in Deutschland und Europa gelten als Zeckengebiete. Besonders zwischen März und Oktober ist die Bedrohung durch Zeckenstiche groß. Unter www.zecken.de findet man eine Landkarte der Regionen, in denen regelmäßig FSME-Erkrankunen auftreten. Die Risikogebiete werden nach Landkreisen und Ländern gegliedert. Für Borreliose gibt es keine Verbreitungskarten.


Checkliste

  • Möglichst keine kurzen Hosen beim Wandern tragen
  • Möglichst helle Bekleidung, arm- und beinbedeckend
  • Nach jeder Wanderung abends den Körper beim Duschen gründlich absuchen
  • Haben Sie einen Zeckenstich entdeckt, bitte nur mit einer Zeckenzange entfernen!
  • Anschließend die Stichstelle desinfizieren
  • Beobachten Sie die Stichstelle in den kommenden zwei bis drei Wochen. Bei wandernden Rötungen und bei beständiger Rötung unbedingt einen Arzt frequentieren.


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Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 152

Mai/Juni 2010