© Klaus-Peter Kappest

Fläming: Kleine Berge großes Wandern

Ausgabe 153 – Juli/August 2010

Deutschland

War das ein Geschiebe und Getürme. Lange ist es her. Gigantische Eismassen aus Skandinavien bedeckten mit einem viele hundert Meter dicken Eispanzer das Land zwischen Berlin, Potsdam, Magedeburg, der Lutherstadt Wittenberg und Dahme in der Mark. Das Eis i

Das Flamenland

Auf dem Kunstwanderweg, Foto: Wittig
Auf dem Kunstwanderweg, Foto: Wittig

Der Name für den Fläming, das Land der kleinen Berge, geht zurück auf die im 12. Jh. einsetzende Besiedlung durch die Flamen. Sie galten als Kultivierer von Feuchtgebieten und geschickt in der Bewirtschaftung karger Böden. Der Fläming entstand in der Saalevereisung vor 140.000 Jahren. Über die Hälfte seiner Bergrücken ist bewaldet.

An einigen Stellen wächst noch der ursprüngliche Buchenwald. Besonders beeindruckend sind die Rummeln, eine besondere Form von Trockentälern. Diese eiszeitlichen Ablaufrinnen sind sechs bis zwölf Meter tief eingekerbt und bis zu drei Kilometer lang. Botanisch betrachtet sind es faszinierende Biotope für Pflanzen und Tiere. Ein originelles, ein einzigartiges Wanderland.

Der Burgenwanderweg

Burg Rabenstein bei Raben, Foto: Burg Rabenstein
Burg Rabenstein bei Raben, Foto: Burg Rabenstein

Burgen im Fläming? Aber natürlich! Jahrhundertelang war der Fläming das Bollwerk gegen die Slawen aus dem Osten. Später standen Brandenburger und Sachsen und Preußen und Sachsen einander gegenüber. Eine Verteidigungslinie aus Burgen, wehrhaften Dörfern und mauerbewehrten Städten entwickelte sich.

Der Burgenwanderweg greift die natürlichen und kulturellen Besonderheiten der Region auf. Die 147 km lange Wanderschleife wurde inzwischen als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert und verbindet die Burgen Eisenhardt in Belzig, die Burg Rabenstein in Raben, das Schloss Wiesenburg und die Bischofsresidenz Burg Ziesar. Mit oder ohne Gepäck kann man die Erlebniswanderung in neun Tagen komplett oder in abschnittsweisen Wanderabenteuern meistern.

Ergänzt wird der neue Leitwanderweg durch kleeblattartige Naturpark-Wanderrouten. Das sind Rundtouren, die den Burgenwanderweg zwar berühren oder eine Weile begleiten, dann aber eigene interessante Ziele in der Nähe ansteuern, so z.B. der Bergmolchwanderweg rund um das Naturparkzentrum Hoher Fläming unterhalb der Burg Rabenstein.

Der Internationale Kunstwanderweg

Auf dem Kunstwanderweg, Foto: Wittig
Auf dem Kunstwanderweg, Foto: Wittig

Der Kunstwanderweg von Belzig nach Wiesenburg und weiter zum Bahnhof Wiesenburg führt nicht nur über den mit 201 m höchsten Flämingberg, den Hagelberg, sondern vereint Natur und Kunst. 22 Kunstwerke, frei zugänglich, berühren die Rundwanderung, die auch als Streckenwanderung auf der Nord- oder Südroute des Kunstwanderweges vom Bahnhof Bad Belzig zum Bahnhof Wiesenburg oder umgekehrt erwandert werden kann. Unterwegs bleibt alle Zeit der Welt zu rasten, zu sinnieren, sich zu inspirieren oder einfach nur den Gedanken nach zu hängen. ...



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Ausgabe 153

Juli/August 2010