© Klaus-Peter Kappest

Grünes Band: Geschichte live, Natur satt!

Ausgabe 153 – Juli/August 2010

Deutschland

Zwölf Wander- und drei Radrouten führen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch die Naturparke Frankenwald, Thüringer Wald und Schiefergebirge. Hautnah kann man auf ihnen die Geschichte vom Bau, Leiden und Fall der Mauer nachempfinden und einzi

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Den kompletten Beitrag Grünes Band im blätterbaren Flash-Magazin WM Live lesen
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Ein „Grünes Band“ verbindet Ost- und Westdeutschland. Diese 1.400 Kilometer lange Natur-Schneise ist in den Jahren der Teilung entlang der innerdeutschen Grenze gewachsen und wurde ein wertvolles Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten. Schon bald nach der Maueröffnung begannen Naturschutzverbände diese einzigartige Biotopkette zu erhalten – die Idee des „Grünen Bandes“ war geboren.

Blick aufs Grüne Band von der Thüringer Warte

Ein Stück Originalmauer bei Heinersdorf-Welitsch, Foto: Archive Regionalverbund Thüringer Wald / Frankenwald / Projektpartner
Ein Stück Originalmauer bei Heinersdorf-Welitsch, Foto: Archive Regionalverbund Thüringer Wald / Frankenwald / Projektpartner

Besonders anschaulich wird das Grüne Band im Frühjahr beim Blick von der Aussichtsplattform der Thüringer Warte. Vor allem bei Sonnenschein sieht man dann den hellgrün leuchtenden Streifen aus Laubbäumen und Büschen mitten durch dunkle Fichtenwälder laufen: Besonders schnell wachsende, saftig grüne Pionierpflanzen wie Birken erobern die Freiflächen entlang der Grenze zurück.
Zur Thüringer Warte führt zum Beispiel die Tour Nr. 4 „Vom Zoptetal zur Thüringer Warte“. Sie ist eine von zwölf Wander- und drei Radtouren, die 20 Jahre nach dem Mauerfall Besucher tief in die Geschichte der deutschen Teilung hinein führen. Aber nicht nur Geschichte live, sondern auch Natur satt können Wanderer auf den neu entwickelten Wanderstrecken durch die Naturparke Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald erleben. Besonders interessant ist dabei der ehemalige Todesstreifen. In diesem Bereich rodeten DDR-Grenztruppen nicht nur den dichten Wald, sondern trugen stellenweise sogar die obersten Bodenschichten ab, damit hoch wachsende Bäume und Büsche – zwischen denen Flüchtlinge nicht gut zu erkennen gewesen wären – am Einsamen gehindert wurden. Dadurch konnte zum Beispiel westlich der Thüringer Warte der sonst eher seltene Lebensraum der Zwergstrauchheide entstehen. Er zeichnet sich durch niedrigwüchsige Sträucher, Moose und Flechten aus. Dort haben sich Arnika, das Kleine Habichtskraut oder stellenweise auch der Keulen-Bärlapp angesiedelt. Zwischen ihnen finden Sandlaufkäfer, die Gefleckte Keulenschrecke oder Heidelerchen ideale Lebensbedingungen vor.

Blaues Gold und schmucke Wappen!

Grenzfahrt mit dem Unimog, Foto: Archive Regionalverbund Thüringer Wald / Frankenwald / Projektpartner
Grenzfahrt mit dem Unimog, Foto: Archive Regionalverbund Thüringer Wald / Frankenwald / Projektpartner

Auch weiter südöstlich kann man zwischen Zwergstrauchheideflächen, die von Naturschützern regelmäßig entbuscht werden, zu einem Aussichtsturm wandern. Die Tour Nr. 8 „Ein Hauch der einstigen Donaumonarchie am Wetzstein“ verläuft teilweise auf dem berühmten Rennsteig zum 36 Meter hohen Altvaterturm mit Blick bis zum Fichtelgebirge und zu den Ausläufern des Erzgebirges. Einen besonderen Höhepunkt bildet der Schönwappenweg, eine einmalige Ansammlung von kunsthistorisch bedeutenden Wappensteinen – der älteste aus dem Jahr 1513. ...


Mit drei ausführlichen Tourentipps am Grünen Band:

  • Vom Zoptetal zur Thüringer Warte:
    Rundwanderung zwischen Gräfenthal und dem Ratzenberg
  • Ein Hauch der einstigen Donaumonarchie am Wetzstein:
    Rundwanderung zwischen Brennersgrün, Lehesten und Ziegelhütte
  • Durch den idyllischen „Franken(ur)wald“:
    Mit dem Fahrrad über den Rennsteig ins Selbitz- und Saaletal 

Die Tourinfos inkl. GPX-Daten sind mit den Links unten abrufbar



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Ausgabe 153

Juli/August 2010