© Klaus-Peter Kappest

Der große Knall: Nationaler Geopark Ries

Ausgabe 154 – September/Oktober 2010

Deutschland

Vor etwa 14,5 Mio. Jahren schlug ein mächtiger Meteorit von rund 1 km Durchmesser auf der Erde ein. Er landete im Nördlinger Ries, an der Grenze von Bayern und Baden-Württemberg. Durch den immensen Aufprall entstand ein riesiger Krater von 25 km Durchmess

Am Eingang der Ofnethöhlen, Foto: Geopark Ries
Am Eingang der Ofnethöhlen, Foto: Geopark Ries

Der rund 150 m hohe, runde Kraterrand und das ebene Becken in der Mitte machen auch für Laien deutlich, wie heftig der Einschlag gewesen sein muss. Insgesamt ist das Gebiet des Geoparks 1.800 km2 groß – die sechsfache Fläche von München.

Die Flora und Fauna konnte auf den fruchtbaren Böden im geschützten Inneren des Beckens besonders gut gedeihen und steht in spannendem Kontrast zur kargen Heidelandschaft auf den Karstflächen am Kraterrand.

Zahlreiche gut markierte Wander- und Radwege durchziehen die Region. Verrutschte und umgestürzte Felsen bieten sich als Aussichtspunkte an, Höhlen, Seen und historische Stätten wollen entdeckt und erwandert werden.

Der Schäferweg z.B. ist ein 18 km langer Rundwanderweg, der geologische und archäologische Besonderheiten und Besiedlungsgeschichte miteinander verknüpft. Zahlreiche Ereignistafeln erläutern dabei Wissenswertes über den Geopark und seine eindrucksvolle Geschichte.

Geotouren

Denkmal zum 30-jährigen Krieg auf dem Albuch, Foto: Geopark Ries
Denkmal zum 30-jährigen Kriegauf dem Albuch, Foto: Geopark Ries

Vor allem Kinder und junge Menschen sind schnell fasziniert von den Spuren des Meteoriteneinschlags. Der Geopark Ries bietet eine Fülle an Möglichkeiten für große und kleine Abenteurer, sich auf eine geologische Entdeckungsreise zu begeben.

Sage und schreibe 42 verschiedene geführte Geotouren durch das Ries werden angeboten. Zertifizierte und ausgebildete Führer bringen Besuchern die Erdgeschichte zu Fuß oder per Fahrrad anschaulich näher und nehmen sie mit auf eine Zeitreise vom Erdaltertum übers Mittelalter bis in die heutige Zeit.

Geologische Phänomene, Aufschlüsse und Geotope gilt es dabei genauso zu entdecken wie naturkundliche und historische Themen. Kräuterwanderungen, Geo-Exkursionen, Burgenführungen und spezielle Programme für Kinder, die Besichtigung von keltischen Kultstätten oder von Schauplätzen mittelalterlicher Hexenverfolgung – für jeden ist etwas dabei. Sogar Nordic Walking Touren für Gruppen und Einzelpersonen oder Schmuckherstellung aus Fossilien werden angeboten.

Drei Geopark Infozentren – in Nördlingen, Oettingen und Treuchtlingen – bieten Informationen zu Geologie, Land und Leuten sowie Service rund ums Wandern und Radfahren. Zahlreiche Museen zur geologischen, archäologischen und kulturellen Geschichte in den Orten im Ries und die malerische Stadt Nördlingen mit ihrer begehbaren kreisrunden Stadtmauer sorgen auch bei schlechtem Wetter für Abwechslung. ...
www.geopark-ries.de


Die Reportagen zum Thema Geologie in diesem Heft:



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Ausgabe 154

September/Oktober 2010