© Klaus-Peter Kappest

Durch den Naturpark Trudner Horn: Von Südtirol ins Trentino

Ausgabe 154 – September/Oktober 2010

Italien

Der Naturpark Trudner Horn liegt östlich der Etsch oberhalb von Neumarkt (Egna) und ist über die Ortschaften Auer (Ora) und Montan (Montagna) auch zu Fuß gut erreichbar. Das waldreiche Gebiet enthält viele Bergwiesen, Aussichtspunkte und eine prächtige Fl

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Die hoch gelegenen Ortschaften Truden und Altrei ermöglichen komfortable Übernachtungen. Mäßige Anstiege und vier Etappen machen die Tour zu einer Trekkingroute für Genießer. Bemerkenswert ist die sehr gute Anbindung des Ausgangspunktes Auer (Bahnhof) und des Ziels Castello di Fiemme (Busstation nach Auer) an den von Deutschland schnell erreichbaren EC-Bahnhof Bozen (Bolzano).

Zur Burg Enn hoch über dem Etschtal

Montan (Montagna), Foto: Dr. Konrad Lechner
Montan (Montagna), Foto: Dr. Konrad Lechner

Wenige Meter nach dem freundlichen Ferienort Auer führt ein Steig durch Wald, Weinberge und über Wiesen in den auf einer Verebnung etwa 300 m über dem Etschtal liegenden Weinort Montan mit seinen dunklen, edlen Weinen.

Es lohnt sich, noch vor der Einkehr der etwas höher liegenden Burg Enn einen Besuch abzustatten. Stolz und fast etwas drohend ragen die Zinnen aus dem Bergwald auf. Erinnerungen an den großartigen Roman „Zwei Menschen“ von Richard Voss werden wach. Ein Gelübde brachte den Grafensohn und ein Mädchen aus dem Dorf um ihr Lebensglück...

Aus dem Weinort Montan ins Gebirge

Unmittelbar neben der Kirche beginnt der Aufstieg. Steil und oft auch sehr schmal ist der Weg. Er führt an Felsen vorbei, über Geröll und Bäche. Oft ist er aber auch weich wie ein Teppich und führt zu vielen schönen Blumen.

Besonders auffallend ist die niedrige Buchsblättrige Kreuzblume, deren Blüten weiß, gelb und rot sind. Diese Pflanze gehört zu den Urbewohnern der Alpen. Unter den Sträuchern fällt die Felsenbirne mit ihren großen weißen Blüten auf.

Das Bergdorf Truden an der Grenze von Südtirol zum Trentino

Val di Fiemme  (Fleimstal), Foto: Dr. Konrad Lechner
Val di Fiemme (Fleimstal), Foto: Dr. Konrad Lechner

Häuser mit festungsähnlichen Mauern und sorgfältig gestapeltem Holz erinnern an die schneereichen und kalten Winter. Steile Gassen und Straßen führen hinaus in den Naturpark, der die Ortschaft umgibt.

In der Mitte des Ortes befindet sich das gemütliche Gasthaus „Zum Löwen-Post“ mit seinen freundlichen Wirtsleuten. Wer hier nach einem Wandertag einkehrt und übernachtet und das Rauschen des Bergwindes in den mächtigen Bäumen vor dem Haus vernimmt, erlebt nochmals ein Höhepunkt am Ende eines Wandertages.

Botanischer Berg-Garten

Die über 1500 m hoch gelegene Krabesalm ist ein botanischer Garten hoch in den Bergen. Man sollte sie etwa ab Mitte Mai bis Mitte Juni besuchen. Auf der Wiese unmittelbar neben dem Gebäude blüht zu dieser Zeit das Holunderknabenkraut in gelber und roter Farbe. Die seltene und stark gefährdete Pflanze gehört zu den botanischen Kostbarkeiten der Südalpen. Von dieser Pflanze gibt es nur noch wenige Standorte in den deutschen Mittelgebirgen. Daneben findet man den zierlichen Frühlingsenzian und den Kochschen Enzian, in dessen Blütenröhre sich olivgrüne Streifen befinden.

Der Abstieg nach Altrei

Rast auf dem Weg zum Ziss-Sattel, Foto: Dr. Konrad Lechner
Rast auf dem Weg zum Ziss-Sattel, Foto: Dr. Konrad Lechner

Mit geringen Höhenunterschieden verläuft der Weg von der Krabesalm zum Ziss-Sattel. Mehrmals öffnet sich der Wald, von Wiesen mit Hütten blickt man über das Tal des Avisio hinüber zu den bis in das späte Frühjahr tief verschneiten Bergen der Lagorai-Kette mit ihren imposanten Gipfeln.

Vom Ziss-Sattel wandert man zunächst auf einem bequemen Forstweg, der Seitentäler mit starken Bächen quert. Dabei kommt man auch an einem historischen Kalkofen vorbei. Bis ins 20. Jh. wurde in Südtirol noch der Kalkstein gebrannt, um den begehrten Mörtel herzustellen.

Dann führt ein Steig in das auf einer Verebnung hoch über dem Tal liegende und aussichtsreiche Altrei. ...


Mit ausführlichem Tourentipp: Durch den Naturpark Trudner Horn



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Ausgabe 154

September/Oktober 2010