© Klaus-Peter Kappest

Landluft und Rosenduft: Wandern und mehr im Rosenkreis Neunkirchen

Ausgabe 154 – September/Oktober 2010

Deutschland

Nicht von ungefähr trägt der Landkreis Neunkirchen im Herzen des Saarlandes den Beinamen „Rosenkreis“. Über 20.000 Rosenstöcke erblühen jedes Jahr in den neun Rosengärten der Region und verwandeln sie in ein bunt getupftes Erlebnis für Augen und Nase.

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Hirzweiler „Fernsehen“, Foto: Natalie Glatter
Hirzweiler „Fernsehen“, Foto: Natalie Glatter

Die sieben Gemeinden des Rosenkreises – Neunkirchen, Ottweiler, Merchweiler, Illingen, Schiffweiler, Eppelborn und Spiesen-Elversberg – sind verknüpft durch ein erlebnisreiches Wanderwegenetz. Der Hangarder Brunnenpfad und der Mühlenpfad bei Ottweiler wurden vom Deutschen Wanderistitut als Premiumwanderwege zertifiziert.

Darüber hinaus warten zahlreiche regionale Wander- und Themenwege auf Naturfreunde und Entdecker in Wanderschuhen.

Zwei ganz neue Wege – der Erlebnisweg „Rund ums liebe Vieh” und der Themenwanderweg „Waldwirtschaft im Wandel” werden auf der nächsten Seite als Tourentipp vorgestellt.

Land im Wandel

Betörender Rosengarten im Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech, Foto: Natalie Glatter
Betörender Rosengarten im Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech, Foto: Natalie Glatter

Wo die Landschaft noch bis in die 1980er Jahre von der Hüttenindustrie geprägt war, hat der Strukturwandel in den letzten 30 Jahren beeindruckende Ergebnisse hervorgebracht. Rauchende Schlote und das Dröhnen der Maschinen sind längst Vergangenheit, lediglich einige sehenswerte Industriedenkmäler erinnern noch an die ruhmreiche Zeit von Kohle und Stahl.

Große Flächen wurden renaturiert und passen sich heute fast nahtlos in das waldreiche Hügelland des Saarlandes ein. Zahlreiche Museen und Stätten der Industriekultur erinnern an die Vergangenheit.

Landluft schnuppern

Das einstige  Hüttengelände in Neunkirchen ist heute Standort für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Foto: Natalie Glatter
Das einstige  Hüttengelände in Neunkirchen ist heute Standort für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Foto: Natalie Glatter

Sowohl die Naturlandschaft des Illtales und des Naturschutzgebietes „Täler der Ill und ihrer Nebenbäche“ als auch die kulturellen Einflüsse der Menschen auf die Region werden auf dem Erlebnisweg „Rund ums liebe Vieh“ bei Hirzweiler (s. Tourentipp) anhand verschiedener Themen aufgegriffen und anschaulich erklärt.

Zahlreiche Bauernhöfe mit Wiesen, Weiden, Freigehegen und vielen liebevoll gestalteten Erlebnisstationen liegen direkt am Weg. Auf den Infotafeln wird unter anderem erklärt, welcher Bauer im zugehörigen Hof wohnt, auf welche Tiere er sich spezialisiert hat und was es sonst noch so über den Betrieb zu wissen gibt.

Aus welchen Zutaten besteht ein Hamburger und wo kommt er her? Welche Hühnerrasse springt da aus dem roten Bauwagen? Wie wohnen Insekten und welcher Vogel singt da? Überall kann man anfassen, schauen, riechen, hören, schmecken. Die Infostationen sind meist interaktiv, die Schautafeln leicht verständlich und zu jedem Thema gibt es den lebensechten Bezug direkt vor Ort.

Höhepunkt des Wanderweges ist sicherlich die Dorf- und Schaukäserei „Hirztaler“ in Hirzweiler, wo aus Milch von regionalen Höfen verschiedene Käsesorten hergestellt werden. Große Fensterscheiben erlauben tiefe Einblicke in die Produktion. Auf Anfrage können Besucher nicht nur an einer Führung für Kinder oder Erwachsene teilnehmen, sondern auch selbst Käse herstellen (Kurse und Seminare nach Voranmeldung).

Der Themenweg bleibt auf seiner gesamten Länge spannend für Kinder und Erwachsene. Wenn kürzere Beine zwischendurch doch nicht mehr weiter können, dann sind an vielen Stellen Abkürzungen zurück nach Hirzweiler möglich. Aber vielleicht reicht schon eine ausgedehnte Pause.

Schöne, ruhig gelegene Picknickplätze laden zum Verweilen ein. Auf Sinnesbänken lässt es sich zwischendurch entspannt verschnaufen. Und immer wieder gibt es einen Grund stehen zu bleiben, um Kühe, Hühner, Pferde, Ziegen oder auch einfach den Traktor bei der Heuernte zu beobachten.

Waldgeflüster

Blick auf Hirzweiler, Foto: Natalie Glatter
Blick auf Hirzweiler, Foto: Natalie Glatter

Start des nagelneuen Rundwanderweges „Waldwirtschaft im Wandel” ist das Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech an der Südpforte des Naturparks Saar-Hunsrück. Es lohnt sich, genügend Zeit für die sagenhaften Gärten und Attraktionen der weitläufigen Anlage mitzubringen. Allen voran der Rosengarten, der sich im Frühsommer in ein betörend duftendes Farbspektakel verwandelt.

Ein naturkundlicher und ein geologischer Lehrpfad vermitteln auf spannende Art und Weise viel Interessantes aus der Region. Im Herbst sind der Obstlehrgarten und die Streuobstwiese die beliebtesten Flecken; der Bauerngarten, der Arzneipflanzengarten, der Spielplatz, die Tiergehege und die Grillhütte haben das ganze Jahr über Saison. Zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Programme finden sich unter www.finkenrech.de.

Hier wird es ganz sicher nie langweilig! Dennoch lohnt es sich aufzubrechen und „auf den Spuren der Holzwirtschaft” zu wandern. Vorbei an zahlreichen Info- und Erlebnisstationen führt der gut befestigte Weg auf  neun km Länge durch den Dirminger Wald (siehe Tourentipp).

Von der Keltenzeit bis in die Gegenwart werden naturräumliche Gegebenheiten, die Nutzung und Beeinflussung des Waldes durch den Menschen und verschiedene Methoden und Techniken der Holz- und Waldwirtschaft anschaulich dargestellt. In Kooperation mit dem SaarForst ist so ein Wanderweg entstanden, der die Bedeutung des Waldes für Mensch und Tier auf einfühlsame und gleichzeitig spannende Art und Weise vermittelt. ...

www.finkenrech.de
www.rosenkreis.de


Mit zwei ausführlichen Tourentipps:

  • Rund ums liebe Vieh: Themenweg zur Landwirtschaft
  • Waldwirtschaft im Wandel: Themenweg zur Forstgeschichte


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Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 154

September/Oktober 2010