© Klaus-Peter Kappest

Ein Stück heile Welt: Heilklimatische Kurorte Deutschlands

Ausgabe 155 – November/Dezember 2010

Know How

Heilklima? Ja, das ist kein Marketinggag, kein schmückender Beiname und auch kein blasser Lockruf an Erholungssuchende. Heilklima bezeichnet ein ganz besonderes, für bestimmte Dispositionen belastungsarmes, Klima, das z.B. ohne Schwüle und dafür mit thera

Heiles Klima

Foto: Verband der Heilklimatischen Kurorte Deutschlands e.V.
Foto: Verband der Heilklimati-schen Kurorte Deutschlands e.V.

Der therapeutische Wert von Heilklimata ist vielfach belegt. Das Reizklima der Küsten- und Gebirgsregionen stimuliert die Immunabwehr, besondere Regeneration finden geschwächte Patienten dagegen in den niedrigeren Schonlagen. Dagegen suchen Allergiker pollenarme Hochgebirgslagen auf und Rheumakranke erholen sich in Regionen mit besonders vielen Sonnenstunden.

Kein Wunder also, dass sich renommierte Kur- und Fachkliniken in Heilklimatischen Kurorten ansiedeln. Darüber hinaus bietet das Heilklima perfekte Voraussetzungen für gesunde Bewegung. Fast jeden Heilklimatischen Ort umspannt ein Netz von Heilklimawanderwegen, deren klimatische Impulse je nach Höhenlage, Relief und Vegetation dosiert werden können.

Eigens ausgebildete Klimatherapeuten kombinieren hier Schon- und Reizfaktoren mit Bewegung – und zwar für jede Konstitution. Sei es zum allmählichen Kräfteaufbau in der Genesungsphase oder zur Steigerung der Fitness bei voller Gesundheit.

Es gibt klimatisch bevorzugte Orte

Foto: Verband der Heilklimatischen Kurorte Deutschlands e.V.
Foto: Verband der Heilklimati-schen Kurorte Deutschlands e.V.

Heilklimatische Orte liegen in Regionen, in denen dauerhaft belastende Klimafaktoren weitgehend fehlen oder besonders schwach ausgeprägt sind. Hingegen kommen hier Schonfaktoren und Reizfaktoren in einer für den Menschen günstigen Intensität bzw. Kombination von Natur aus vor. Man könnte sagen, Geschenke der Natur.

Die Höhenlage, die wald- und wiesenreiche Umgebung, die Einflüsse der Standardwetterlagen (atlantische oder kontinentale Einflüsse) beeinflussen zum Beispiel, ob auch ein heißer Sommertag mit einem lauen Abend endet und einem frischem Morgen startet.

Die Lage beeinflusst auch, wie intensiv die Lichtstrahlen sind, wie allergenrein die Luft ist. Über die Schadstoffreinheit, die ungehinderte Luftzirkulation und den Anteil ätherischer und aromatischer Stoffe in der Luft entscheiden letztlich auch die Verantwortlichen der Orte.

Industrieansiedlungen, ungebremste Bauwut, Emissionen des Straßenverkehrs oder der Heizungsanlagen sind schließlich beeinflussbar. Heilklimatische Kurorte versuchen solche Belastungsfaktoren auszuschließen bzw. strikt zu begrenzen.

Bioklima und Klimastufen

Foto: Verband der Heilklimatischen Kurorte Deutschlands e.V.
Foto: Verband der Heilklimati-schen Kurorte Deutschlands e.V.

Das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ unterliegt übrigens permanenten Luftmessungen durch den jeweils zuständigen Wetterdienst. Statt zufälliger MysteryChecks unterhalten die Orte fest installierte Klimastationen, die alle relevanten Daten tagtäglich aufzeichnen.

Anhand einer unter www.heilklima.de abgebildeten Bioklimakarte kann man auf Anhieb sehen, wo in Deutschland z.B. Wärme- und Kältereize besonders stark wirken und in welchen Reizzonen die Heilklimatischen Kurorte Deutschlands liegen. Grob wird in Tieflandklima, Mittelgebirgsklima und Hochgebirgsklima unterschieden.

Ein lesenswertes Heilklimalexikon, eine Listung sämtlicher Heilklimatischer Kurorte in Deutschland mit Informationen zur Klimaprävention und Klimatherapie bietet die informative Website mit anschaulichen Serviceinformationen und einer Direktverlinkung auf die Orte. ...


Weitere Infos: www.heilklima.de


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Ausgabe 155

November/Dezember 2010