© Klaus-Peter Kappest

Mobil bleiben!

Ausgabe 155 – November/Dezember 2010

Know How

Liebe Leserinnen, liebe Leser, mobil ist, wer beim Touren flexibel bleiben kann. Flexibel, was das Gehtempo, die Laufrichtung oder die Pausenlänge angeht, weil verlässlich die Tram im Stundentakt fährt, weil das Ziel der Tour auch abseits von Schulbussen

Abseits der Metropolregionen wie Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Nürnberg, Berlin, Dresden oder München wird es freilich schwer. Weil spärlich genutzte Busverkehre aufgegeben wurden, weil ländliche Schienentrassen heute vorzugsweise von Zweirädern genutzt werden – darum ist die Flexibilität in der „Fläche“ vielerorts abhanden gekommen.

Dabei wurde erst unlängst repräsentativ belegt: die Tagestour ist des Deutschen liebstes Wanderkind. Im Zweifel bleibt nur die Rundtour, dann ist das Hin- und Zurückkommen wenigstens ein Problem gleicher Güte.

Es ist ein Irrglaube anzunehmen, man könnte verwilderte Bahntrassen wieder befahren, verrottete Viadukte und Brücken wieder in Betrieb nehmen. Was weg ist, bleibt auch weg! Das ist gewiss.

Und, werden Sie mich fragen, wie bleibt man bitteschön mobil? Vielleicht ist die Nutzung vorhandener Freizeitverkehre eine Verpflichtung für Wanderfans? Den Ausbau von Tourenangeboten gerade im Umfeld von noch intakten S-Bahnen, von Nahverkehrslinien, von gut getakteten Freizeit- und Linienbussen würde ich zudem empfehlen. Mit steigender Nachfrage sinkt die Wahrscheinlichkeit der Aufgabe mangels Frequenz.

Irgendwann, so prognostizieren es die Trendforscher, leben ohnehin drei Viertel der Deutschen in den Ballungsgebieten. Hier ist Bewegungsraum vor den Toren vonnöten, gut getaktet und allzeit verfügbar. Private Initiativen sind nötig. Morgens könnte man Wandergäste aus den Orten in die Prärie shutteln, wechselnde Startorte vorausgesetzt.

Je nach individueller Neigung und Kondition wandert man zum Übernachtungsort zurück. Entlang gut vernetzter Tourenstartpunkte könnte man morgens und abends einen Freizeitbus fahren lassen. Wandertaxis wären eine andere Lösung. Einheitspreis und immer abrufbereit. Hol- und Bringdienste der Hotels sind eine weitere Lösung. Welche Lösungen hätten Sie?

Fit sein und sich gesund und frisch fühlen – wer wollte das nicht? Die vorliegende Ausgabe beschäftigt sich mit Vitalität und Fitness in der Natur. Lernen Sie kennen, wo und wie man sich fit und vital fördern und fordern kann.

Wir beschäftigen uns mit vielen Aspekten der Nachhaltigkeit, mit Überforderungen und zeigen, wie man mit Dehnübungen müde Glieder auf Vordermann bringt. Wir demonstrieren die neuen Wanderhöhepunkte links und rechts vom Rothaarsteig aus dem Land der Wisente in Siegerland-Wittgenstein.

Wir stellen einen Naturpark in Piemont vor, wandern auf Ibiza, im Pitztal, blicken auf die TourNatur 2010 zurück und zeigen Strategien für barrierefreie Touren.

Ethisch konsumieren, Funktion und Ökologie – so viel Magazin war selten. Wundern Sie sich nicht über neue Wanderwege in Rheinland-Pfalz. Wanderwunder ist das Versprechen – und es wird gehalten.

Wir testen Softshells, präsentieren Neues aus der Welt des GPS und zeigen, welche deutschen Wege zu den frisch gebackenen Siegelwegen gehören.

Also, aufschlagen und reinlesen. Mehr Unterhaltung, mehr Nutzen, mehr Qualität – das ist mehr als nur eine Stilfrage, das ist unser Versprechen!

Ihr Michael Sänger,
Chefredaktion Wandermagazin



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Ausgabe 155

November/Dezember 2010