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WanderWunder Rheinland-Pfalz: Die acht Wunderwege

Ausgabe 155 – November/Dezember 2010

Know How

Wunder geschehen immer mal wieder. Sie sind nicht beliebig reproduzierbar. Sie geschehen! Freilich kann man an der Wahrscheinlichkeit wunderbarer Wandererlebnisse arbeiten.

Da gibt es, rein objektiv betrachtet, durchaus die eine oder andere Stellschraube. Viel Lust und wenig Frust auf allen Wegen zum Beispiel. Der Rothaarsteig war der erste Wanderweg, den man ganz bewusst von Frustfaktoren befreite. Weil der Wanderer heutzutage Asphalt oder ewig „aussichtslose“ Pfade nicht sonderlich schätzt, wurden Lustfaktoren eingebaut: Hängebrücke, Stege, Treppen, Aussichtsbalkone und mehr.

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Die glorreichen Acht

Der Soonwaldsteig führt durch die Kreuzbachklamm, Foto: Archiv Rheinland-Pfalz-Touristik
Der Soonwaldsteig führt durch die Kreuzbachklamm, Foto: Archiv Rheinland-Pfalz-Touristik

Zugegeben, der Rothaarsteig ist kein durch und durch rheinland-pfälzisches Kind. Auch Rheinsteig, Westerwald-Steig, Eifelsteig und Saar-Hunsrück-Steig gehören zu den bundesländerübergreifenden Wegen. Der Rheinsteig startet in Hessen und endet in Nordrhein-Westfalen. Der Westerwald-Steig kommt aus dem Dilltal in Hessen und endet am Rhein. Der Eifelsteig startet in Nordrhein-Westfalen und endet in Augusta Treverorum (Trier). Der Saar-Hunsrück-Steig kommt aus dem Saarland mit einem weiteren Einstieg in Trier und endet an der Nahe in Idar-Oberstein. Bleiben Soonwaldsteig, Pfälzer Sagenweg (Dahner Felsenland) und Rhein-Burgen-Weg als reinrassige rheinland-pfälzische Weitwanderwege mit Prädikatszertifikat.

Neue Wege allenthalben

Mystische Momente auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Foto:
Mystische Momente auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Foto: Tourismus Zentrale Saarland

Aus acht werden bald zehn und mehr Wanderwunder werden. In der Pfalz entstehen gerade drei neue Streckenwanderwege. Der Pfälzer-Höhenweg verbindet den Donnersberg mit dem Nordpfälzer Bergland. Der Pfälzer Weinsteig hangelt sich an der Haardt, dem Steilabfall des Pfälzerwaldes zum Rheintal, entlang und wird in Schweigen am Deutschen Weintor enden.

Der Pfälzer Waldpfad startet in Kaiserslautern und nimmt Kurs durch die Mitte des nahezu unübersehbaren Waldmeeres auf die französische Grenze bei Schweigen. Der Ahrsteig von Blankenheim durch das Ahrtal bis Sinzig soll 2011 eröffnet werden. Schon plant man die Anbindung des Saar-Hunsrück-Steigs an das Rheintal bei Boppard und auch die Mosel prüft, wie sich die beiden alten Moselhöhenwege zu einem erlebnisstarken Moselsteig verbinden lassen.

Prädikat sehr gut

Sagenhaft: Drachenfels im Dahner Felsenland, Foto:
Sagenhaft: Drachenfels im Dahner Felsenland, Foto: Dahner Felsenland

Spannend ist auch das rasch wachsende und immer dichter werdende Geflecht von hochklassig erlebnisreichen Tagestouren. Traumpfade nennt man sie im Dreieck von Rhein, Eifel und Mosel im Landkreis Mayen-Koblenz. 26 Tagestouren der Premiumqualität bieten sich an. Im Hunsrück und entlang der Nahe hat man die Premiumtouren mit dem Label Traumschleifen versehen. Schön und mit dem Prädikat „sehr gut“ versehen sind sie alle. Gerade wurde der Mittelalterpfad im kleinen Herrstein als Deutschlands Schönster Wanderweg 2010 in der Kategorie der Touren gekürt.

Im Dahner Felsenland sind fantastische Tagestouren mit dem Zertifikat des Deutschen Wanderinstitutes entstanden, im Naturpark Südeifel, an der Ahr und der Hocheifel – überall arbeitet man ganz intensiv an der Entwicklung von erlebnisstarken und frustfreien Tagestouren.

Kein Schilda

Seit 2007 gibt es ein landesweit einheitliches rheinland-pfälzisches Beschilderungs- und Wegweiserkonzept. Zwar behalten die regionalen Wanderorganisationen wie Hunsrück-, Eifel-, Westerwald- oder Pfälzerwaldverein ihre traditionelle örtliche Beschilderungssystematik, jedoch setzt sich für die prädikatisierten Weitwanderwege und mancherorts auch für die zertifizierten Tagestouren die landesweit einheitliche Beschilderungsrichtiglinie (Wanderwege-Leitfaden) durch.

Blaue Spitzen kennzeichnen die prädikatisierte Hauptroute. Gelbe Spitzen kennzeichnen Zuwege. Die Standorte sind gps-verortet und meist mit einer Plakette mit Infohotline versehen. Wer will kann sich tagsüber (auch an Wochenenden), unter Angabe des Standortes, mit Tipps zur Einkehr, Übernachtung oder Infos zum weiteren Verlauf versorgen lassen.


Weitere Infos: www.wanderwunder.info


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November/Dezember 2010