© Klaus-Peter Kappest

Deutschland sucht den Super-Cache

Ausgabe 156 – Januar/Februar 2011

Know How

Deutschland ist im digitalen Spieltrieb, und jetzt auch draußen. Geocaching bedeutet, etwas im Gelände zu verstecken und dies in einem Internetportal zur Suche freizugeben. Seitdem Dave Ulmer vor gerade einmal zehn Jahren in Oregon das erste Versteck im I

Nun, ein wenig Geheimnistuerei haftet der Szene an, schließlich bezeichnen sie die Nicht-Geocacher als „Muggles“, analog zu Rowlings Romanfiguren eben jene Menschen, die von Zauberei keine Ahnung haben und die Geocacher nicht beim Schatzsuchen erwischen sollen. Spannung, Entdeckertrieb, Herausforderungen an das Lösen immer schwierigerer Rätsel, schließlich das Verstecken eigener Caches – das sind die Triebfedern des Geocachens.

Schnitzeljäger und Schatzgräber

Erfolgreiche Schatzsuche! Foto: Karsten Schöpfer
Erfolgreiche Schatzsuche! Foto: Karsten Schöpfer

Dabei sind die Schätze selbst überhaupt nicht entscheidend, denn meistens handelt es sich nur um kleine Tauschwaren wie Kugelschreiber, Schlüsselanhänger oder CDs. Das Entdecken ist das Entscheidende. In der Tat sind der Fantasie der Verstecker grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, und dies macht auch den Reiz der Outdoor-Recherche per pedes aus: jeder Cache ist anders. Wenn man ihn überhaupt findet. Die ersten Erfolgserlebnisse können dann süchtig machen, jetzt werden Familie und Partner bei jeder Gelegenheit nach draußen gezerrt. Der Ausflug zu Tante Marta erhält ganz neue Dimensionen („mal schauen, welche Caches dort liegen…“). Und vielleicht versteht man die blöden Dinger auch endlich besser. Interessant sind auch die Nebenwirkungen: Viele Geocacher berichten von Gegenden und Orten, an die sie ohne das Geocachen niemals gelangt wären.

Der Lockruf der Natur

Zwitschert am Ziel: der neue Garmin Chirp  (rechts auf der Box) ist ein Sender, der  Garmin-Geräten Koordinaten und weitere  Hinweise zum Schatz mitteilt.  Foto: Garmin
Zwitschert am Ziel: der neue Garmin Chirp (rechts auf der Box) ist ein Sender, der Garmin-Geräten Koordinaten und weitere Hinweise zum Schatz mitteilt. Foto: Garmin

So schafft Geocaching das, was Karten, Wanderführer und Werbung oftmals nicht vermögen, nämlich viele Menschen wieder nach draußen zu locken. Sicher kann Natur auch ohne GPS-Gerät und Internet entdeckt werden. Aber – warum sich den neuen Medien verschließen? Das Spannende ist, dass die Nutzung gerade der neuen Technik häufig zur „alten“ Papierkarte zurückführt, denn die ist viel übersichtlicher als der Mini-Bildschirm des GPS-Gerätes. Man kann auch nicht alles dem elektronischen Führer überlassen, denn so gut können selbst die modernsten Outdoor-Navis noch nicht durch den Wald leiten, wie es die Autonavis beim Straßennetz tun. Somit gilt: nur wer eine Karte richtig lesen kann, kann auch das GPS-Gerät optimal nutzen. Und wer durch das Geocachen wieder den Weg nach draußen gefunden hat, der findet vielleicht auch wieder Spaß am Wandern. ...


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Ausgabe 156

Januar/Februar 2011