© Klaus-Peter Kappest

Lustvoll und frustfrei: Mit Bus und Bahn zu Prädikatswanderwegen im Tagestourenformat

Ausgabe 156 – Januar/Februar 2011

Deutschland

Raus aus dem Alltag, weg von quirligen Innenstädten, stressigen Bürotürmen. Hessens Rhein-Main-Region macht es vor. Ohne Stau, ohne Verlust an persönlicher Mobilität und mit Aussicht auf garantiert frustfreie Wanderstrecken – die perfekte Wanderung! Der R

Diesem Heft liegt der Pocketguide „Wir bringen Sie schnell auf Wandertouren – Wandern mit Bus und Bahn in Hessen“ bei

36 Seiten, zwölf 12 ausführliche Tourentipps Links zu GPX-Tracks, Wegbschreibungen etc. im Tourenportal finden sich unten auf diese Seite

Wandererlebnisse auf hohem Niveau. Versprochen! Das Auto kann getrost in der Garage bleiben. Rein in den Zug oder die S-Bahn und fertig. Alles weitere finden Sie in diesem praktischen Tourenbuch.

  • Alle Touren basieren auf An- und Abreise mit Bussen und Bahnen des RMV.
  • Maximal eine Stunde wird die An- bzw. Abreise jeweils dauern, damit es eine vergnügliche Tagestour werden kann.
  • Acht der Tourenvorschläge führen zu hessischen Prädikatswanderwegen. Das sind Wege, deren Erlebnisqualität und optimale Wegeführung durch ein Zertifikat von unabhängigen Insitutionen attestiert wurde. Die betreffenden Siegel haben wir abgebildet.
  • Die übrigen Touren sind von unseren Wanderautoren nach strikten Qualitätsvorgaben ausgewählt und beschrieben worden.
  • Bei Residenzenring, Bonifatius-Route und Kur- u. Wellnessroute handelt es sich um neue Themenwege. Hier haben unsere Wanderautoren besonders eindrückliche und mit Bus und Bahn erreichbare Tagesabschnitte ausgewählt.
  • Der Pocketguide ist im Rahmen einer Kooperation zwischen Wandermagazin, Hessen Agentur und Rhein-Main-Verkehrsverbund entstanden.

Landflucht und Sehnsucht

Das Auerbacher Schloss an der Bergstraße. Foto: Wandermagazin/Natalie Glatter
Das Auerbacher Schloss an der Bergstraße. Foto: Wandermagazin/N. Glatter

Landflucht und demografischer Wandel sind einige der Gründe, weshalb die Megacities und die Metropolregionen weltweit weiterhin wachsen. Junge Menschen folgen dem Arbeitsmarkt. Die aufstrebenden Boomtowns bieten Beides, attraktive und gut bezahlte Jobs und das nötige kulturelle Freizeitangebot. Aber auch ältere Menschen kehren den ländlichen Regionen den Rücken.

Die Nähe zu Versorgungseinrichtungen (Arzt, Krankenhaus, Therapie), Museen, Theater, Einkaufszentren und ein gut funktionierendes Personentransportwesen beflügeln den Umzug in die Ballungsgebiete. Dem Bewegungsdrang, der Lust am Naturerleben, der Sehnsucht nach Befreiung für Geist und Seele tut das indes keinen Abbruch.

Hessen – Prädikatswanderland

Im Hintergrund der Feldberg. Foto: Rhein-Main-Verkehrsverbund/Maximilian Meyer
Im Hintergrund der Feldberg. Foto: Rhein-Main-Verkehrs-verbund/Maximilian Meyer

Hessen ist ein Prädikatswanderland. Hochrhöner, Alemannenweg, Nibelungensteig, Rheinsteig, Rothaarsteig, Lahn-Dill-Bergland-Pfad, Uplandsteig, Diemelsteig, Kellerwald- und Urwaldsteig – kein anderes Bundesland verfügt aktuell über mehr zertifizierte Prädikats-Weitwanderwege!

Die Idee und das Wissen darum, wie man einen Wanderweg zu einem perfekten Wandererlebnis-Raum entwickelt, ist vielleicht zehn oder zwölf Jahre alt. Es ist eigentlich ganz einfach: Weg mit den Übeltätern, die Wanderfrust provozieren. Augenmerk auf eben jene Aspekte, die die Wanderlust im Menschen befeuern und auf hohem Niveau halten. Schließlich leben wir alle mit begrenzten Zeit-Budgets.

Die sich kurzfristig ergebende Zeitlücke im Terminkalender, der spontane Besuch lieber Menschen, das überraschend schöne Wochenendwetter – wer will da Wanderfrust risikieren? Schön, wenn von vornherein klar ist: in diesem Vorschlag steckt Pfeffer drin. Da darf man getrost Gewerbegebiete, lärmende Straßenbegleitung, Pflaster- und Asphalttreterei, geschotterte Forstautobahnen und höhepunktfreie Streckenführung ausschließen.

Wanderwege mit Prädikat (Deutsches Wandersiegel; Qualitätsweg Wanderbares Deutschland) sind immerhin Garanten für ein potenziell schönes Wandererlebnis. Wo dieses Prädikat fehlt, muss man entweder auf Tipps von Freunden, den eigenen Erfahrungen oder den versierten Scouts eines Fachmagazins wie dem Wandermagazin vertrauen. Letztere waren nämlich schon mal da, sind Meter für Meter die Strecke abgelaufen und selektieren fein säuberlich: taugt oder taugt nicht.

Mobil bleiben – aber wie?

Blick vom Hochtaunus. Der Feldberg ist ganz in der Nähe. Foto: Wandermagazin/Natalie Glatter
Blick vom Hochtaunus. Der Feldberg ist ganz in der Nähe. Foto: Wandermagazin/N. Glatter

Nun sind Ballungsräume mit kurzen Wegen und einer maximalen Anhäufung von Kultureinrichtungen und naturbelassene Wanderwege mit dramaturgisch schöner Wegeführung wie Katz und Maus! Wirklich? Einerseits wünscht sich der Wanderer nichts sehnlicher, als im eigenen Tempo, mit dem individuellen Zeitbedarf, spontan und mal eben so agieren zu können.

Flexibilität und Mobilität sind Errungenschaften dieser Gesellschaft, auf die niemand wirklich ohne Not verzichten möchte. Kann man also einen Tag den Hochrhöner genießen, mit Bus und Bahn anreisen und am gleichen Tag, stressfrei, ohne Druck und Zeitnot, wieder heimfahren? Könnte man einen Tag Alemannenweg oder Rheinsteig, einen Tag in Spessart, Taunus oder auf dem Rothaarsteig wandern, an- und abreisen und Beginn und Ende frei gestalten? Ja! Die Voraussetzungen hierfür sind eine perfekt abgestimmte und in alle Himmelsrichtungen ausgebaute und funktionierende Verkehrsinfrastruktur.

Klar, dass die Ballungsräume ein dichtes und weit verzweigtes Verkehrswegenetzwerk vorhalten müssen, um die täglichen Pendlerströme zu beherrschen. Diese Bahn- und Buslinien kostengünstig zu nutzen, planungsgenau, da staufrei und ohne Parkplatzsuche, schnell und umweltbewusst, das ist die Grundlage für Mobilität und Flexibilität in der Freizeit. ...


Links zu den zwölf Tourentipps im Tourenportal mit der Möglichkeit zum Herunterladen der GPX-Tracks, Tourenbeschreibungen etc. finden Sie unten.



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Ausgabe 156

Januar/Februar 2011