© Klaus-Peter Kappest

Tee: Mehr als ein Getränk

Ausgabe 156 – Januar/Februar 2011

Know How

Tee, der Aufguss aus den grünen oder fermentierten Blättern des Teestrauchs, ist nach Wasser eines der weltweit am weitesten verbreiteten Getränke. Und eines der beliebtesten für unterwegs, wie ein Blick in die Thermoskannen vieler Wanderer zeigt.

Foto: Hotel Hochschober, Kärnten
Foto: Hotel Hochschober, Kärnten

Für die Chinesen ist Tee seit mehr als 5.000 Jahren eine Himmelsgabe, die einst von den Göttern auf die Erde gebracht wurde. Bis heute ist die Teezeremonie in China nicht nur weltlicher Genuss, sondern auch eine Oase der Meditation, Philosophie und geistigen Reinigung. „Tee erleuchtet den Verstand, schärft die Sinne, verleiht Leichtigkeit und Energie und vertreibt Langeweile und Verdruss“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Die Verbreitung des Zen-Buddhismus und die Entwicklung der Teekultur verliefen nahezu parallel – eines ist ohne das andere kaum denkbar. Seit Jahrhunderten verläuft die Teezeremonie nach einem festen Ritual, das alle Handgriffe der Teezubereitung bis ins kleinste Detail festlegt. Oberstes Prinzip ist die Harmonie des Menschen mit sich und der Natur.

Jetzt haben auch westliche Gastronomen und Hoteliers den Zauber der Teezeremonie entdeckt. Das Kärntner Hotel Hochschober z.B. hat für seine Gäste, einmalig in den Alpen, von chinesischen Experten ein vierstöckiges Teehaus erbauen lassen. Hier kann man in die geheimnisvolle Welt des Teegenusses eintauchen. „Die Zubereitung des Tees ist entscheidend dafür, dass er seine ganze Kraft – geruchsmäßig, geschmacklich, aber auch spirituell – entfalten kann“, sind die Hoteliers Leeb und Klein überzeugt. „Wer diese ‚Gong Fu Cha‘ genannte Zeremonie mitmacht, sollte sich bewusst darauf einlassen, denn so bekommt der Teegenuss auch einen meditativen Charakter.“

Thomas Neumann, gestresster Geschäftsmann aus München, hat es ausprobiert und war begeistert. „Du kommst in ziemlicher Hektik an und willst einfach nur Tee trinken. Und plötzlich vergisst du die Zeit, wirst losgerissen aus dem Alltag und entspannst dich. Es geht gar nicht mehr um den Tee, deine Gedanken kreisen um alles andere, du wirst ruhig und innerlich sehr zufrieden. Eine unglaublich wohltuende Erfahrung, die ich demnächst sicher wiederholen werde.“ ...


Mit der Zwei-Kannen-Methode zum perfekten Teegenuss

Foto: Hotel Hochschober, Kärnten
Foto: Hotel Hochschober,Kärnten
  1. Nehmen Sie immer frisches, am besten entkalktes Wasser zum Aufbrühen. Erwärmen Sie zwei Teekannen.                   
  2. Geben Sie die Teeblätter in eine erwärmte Kanne. Rechnen Sie pro Tasse einen Teelöffel Tee.        
  3. Schütten Sie das kochende Wasser direkt über die Teeblätter. Für grünen Tee und halbfermentierte Teesorten das Wasser einmal aufkochen und anschließend auf 70 bis 80 Grad abkühlen lassen, erst dann über den Tee gießen.       
  4. Je länger Tee zieht, umso geringer wird der Anteil an physiologisch „nutzbarem“ Koffein. Schwarzer Tee wirkt anregend, wenn er bis zu drei Minuten zieht, da zuerst das Koffein gelöst wird. Der Fünf-Minuten-Tee wirkt also nicht beruhigend, wie man bisher annahm, sondern lediglich nicht so anregend wie der kurz gezogene. Grünen Tee sollte man nicht länger als drei Minuten ziehen lassen, weißer Tee kann bis zu zehn Minuten ziehen.           
  5. Füllen Sie den fertigen Tee durch ein Teesieb in die zweite, vorgewärmte Kanne um. Grüner Tee wird üblicherweise pur getrunken, zum schwarzen Tee kann man je nach persönlichem Geschmack Zucker, Honig, Milch, Rahm oder Zitrone hinzugefügen. Kenner bevorzugen zum Süßen weißen oder braunen Kandiszucker.

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Ausgabe 156

Januar/Februar 2011