© Klaus-Peter Kappest

Die Bocksbeutel-Tour: In zwei Tagen über den nördlichen Steigerwald

Ausgabe 157 – März/April 2011

Deutschland

Naturerlebnis ohne Blechlawine! Versprochen. Und das geht so: Der DB-Bahnhof in Zeil am Main, die Busverbindung von Gerolzhofen zum Bahnhof in Schweinfurt. Fertig. Dazwischen liegen zwei herrliche Wandertage. Sie wollen das Wochenende nutzen? Kein Problem

„Stromdurchglänzte Au“

Weinwandern im Steigerwald bei Falkenstein Foto: Andreas Hub
Weinwandern im Steigerwald beiFalkenstein. Foto: Andreas Hub

So nannte der Dichter Joseph Victor von Scheffel das Maintal in seinem Frankenlied. Unmittelbar neben Zeil erhebt sich der Kapellenberg. Die Schönheit des Aussichtspunktes kannte bereits König Ludwig I. von Bayern. Er plante zunächst, hier die Walhalla errichten zu lassen. Der Marktplatz von Zeil mit dem Rathaus und viele weitere Fachwerkhäuser sind sehenswert.

Nach Durchschreiten des Maintales erreicht man am südlichen Mainufer Sand a. Main. Nach der französischen Revolution haben Flüchtlinge das Handwerk der Korbflechterei in Sand eingeführt. Eine Verlegung des Mainlaufes führte zu Altwasserbereichen, die für die Anpflanzung von Weiden günstig waren.

Blick vom Schlossberg

Michelau i. Steigerwald. Foto: Dr. Konrad Lechner
Michelau i. Steigerwald. Foto: Dr. Konrad Lechner

Der Schlossberg oberhalb von Zell a. Ebersberg liegt wenige Meter abseits der Route. Der Zugang ist durch einen Wegweiser gekennzeichnet. Zunächst einmal ist es ein herrlicher, von Gras bewachsener Rastplatz mit Tisch und Bank. Dann beeindruckt die Aussicht auf die Weinlagen und das darunter liegende Zell a. Ebersberg. Schließlich sind auch spärliche Reste einer einstigen Burg vorhanden, die bis 1644 dem Bistum Bamberg gehörte.

Die weitere Wanderung führt durch die Wälder des Kleinen und Großen Knetzberges. Man bekommt hier eine Vorstellung davon, welch prächtige und ausgedehnte Buchenwälder den nördlichen Steigerwald einst bedeckt haben. Glücklicherweise sind sie teilweise noch erhalten geblieben.

Am Großen Knetzberg erinnern Wallreste an die Kelten, die hier eine Höhensiedlung errichteten. Interessante Einzelheiten kann man auch einer Infotafel entnehmen. Etwas nachdenklich wird man nach Eschenau hinabsteigen, wo sich eine Einkehr empfiehlt.

Das Schloss in Oberschwappach

Ankunft in Gerolzhofen. Foto: Andreas Hub
Ankunft in Gerolzhofen. Foto: Andreas Hub

Das Schloss wurde im 18. Jh. durch die Zisterziensermönche des Klosters Ebrach erbaut. Es war bis zum Beginn des 19. Jh. neben den Bistümern Bamberg und Würzburg die dritte bedeutende Herrschaft im nördlichen Steigerwald. Die Ebracher Äbte verbrachten in diesem Schloss den Sommer. Der letzte Ebracher Abt ist hier übrigens 1811, quasi im Urlaub, gestorben.

Einer der schönsten Weinberge Frankens befindet sich am Falkenberg oberhalb der Ortschaft Falkenstein. Die Kleinräumigkeit der Weingärten, die Weinberghäuschen und eine Kapelle erinnern daran, wie die Weinlagen in Franken einst ausgesehen haben. Aufschlüsse im Gipskeuper, dem Gestein, auf dem der Wein in Franken meistens wächst, und die Aussicht sind ebenfalls erwähnenswert. ...


Mit Tourentipp: Überquerung des nördlichen Steigerwaldes


Weitere Infos unter www.steigerwald-info.de



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Ausgabe 157

März/April 2011