© Klaus-Peter Kappest

Die Märkische Schweiz: Im Zeichen der Libelle

Ausgabe 157 – März/April 2011

Deutschland

Berge, Felsen, Schluchten? Eine Schweiz im Osten von Berlin? Verschlungene Waldpfade und Höhenunterschiede von bis zu hundert Metern mitten in Brandenburg? Die Märkische Schweiz birgt manche Überraschung. Ein echter Geheimtipp für Wanderer und Naturfreund

Link-Tipp

Hier geht's zum Beitrag „Märkische Schweiz: Im Zeichen der Libelle“ im blätterbaren Flashmagazin WM-Live 157.

Im Naturpark Märkische Schweiz sind fast alle Landschaftsformen der Mark Brandenburg aufzuspüren: Laub- und Mischwälder, Hügel, Felsschluchten und Moore. Quellen, Bäche und glasklare Seen – und das rund 50 km östlich von Berlin. Auf dem etwa 150 km umfassenden Wegenetz kann man sich davon überzeugen, dass die Region ihren Beinamen „Schweiz” ganz zu Recht trägt. Dabei eröffnen sich Wanderern alle Facetten des mit 205 qkm kleinsten Naturpark Brandenburgs, in dem viele seltene Tiere und Pflanzen einen geschützten Lebensraum finden.

Über 40 verschiedene Libellenarten sind hier beheimatet, die Gemeine Keiljungfer stellt das Wappentier des Naturparks dar. Fast die gesamte Fläche ist Europäisches Vogelschutzgebiet. Ein besonderes Naturerlebnis ist der Zug der Kraniche und Gänse im Herbst. Bis zu 40.000 Tiere sind von den Beobachtungskanzeln im Altfriedländer Teichgebiet aus „live“ zu erleben. Wer mehr über den Naturpark erfahren möchte, kann seine Entdeckungstour im Naturpark-Besucherzentrum Schweizer Haus im Kneipp-Kurort Buckow beginnen.

Besuch aus dem Norden

Das abwechslungsreiche Landschaftsbild der Märkischen Schweiz ist von den Eiszeiten geprägt. Etwa 18.000 Jahre ist es her, dass die vorletzte Eiszeit hier ihre Spuren hinterließ. Einige hundert Meter waren die Eismassen dick. Zusammen mit dem abfließenden Schmelzwasser formten sie das heutige Gesicht der Landschaft: ein sanft gewelltes Relief mit Hügeln, Sand- und Geröllflächen, Seen, Schluchten und breiten Urstromtälern.

Welche Kraft auf die transportierten Gesteine gewirkt haben muss, wo sie herkommen und welche Geschichte sie haben, lässt sich im Eiszeitgarten im Kneipp-Kurort Buckow gut nachvollziehen. An vielen von den, zum Teil weit aus Skandinavien hierher transportierten Findlingen sieht man Kratzer und Schleifspuren von Eis und Wind. Infotafeln geben Auskunft über die bewegte Erdgeschichte der Region.

Gesundheit und Poesie

Idyllische Dörfer, einzelne Gutshöfe und Schlösser, umgeben von Streuobstwiesen, Bauerngärten und Hecken, prägen das Ländliche in der Märkischen Schweiz und erinnern an das jahrhundertelange Wechselspiel zwischen Mensch und Natur. Zentraler Ort der Region ist Buckow am Schermützelsee, der einzige Kneipp-Kurort in Brandenburg.

Neben einem Therapiezentrum und zahlreichen Wellness- und Kurangeboten ermöglicht die 7 km lange „Kalorienpromenade” eine Kombination von Wohlfühlen und Wanderspaß. Dass man es sich in dieser herrlichen Landschaft so richtig gut gehen lassen kann, davon schwärmten schon Theodor Fontane, Johann Wolfgang von Goethe, Fürst Pückler und Bertolt Brecht. Letztgenannter verbrachte am Seeufer in Buckow zusammen mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Helene Weigel, seine letzten Lebensjahre. Das Brecht-Weigel-Haus ist zum Museum umgebaut worden und wird für Lesungen und Events genutzt. ...


Mit Tourentipp: „Rund um den Kurort Buckow - Die Naturkparkroute Märkische Schweiz“ (19,6 km)


Weitere Infos unter www.maerkischeschweiz.eu, www.mugv.brandenburg.de


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März/April 2011