© Klaus-Peter Kappest

Neue Wege auf der Schwäbischen Alb: Sind Sie ein Traufgänger?

Ausgabe 157 – März/April 2011

Deutschland

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Traufgänge? Eigentlich ganz einfach, wenn man die Landschaft auf der Südwestalb kennt. Auf der Schwäbischen Alb gibt es den Albtrauf, er besticht durch steile Felsabbrüche mit einzigartiger Flora und Fauna u

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Sieben neue Wanderwege am Albtrauf rund um Albstadt, drei davon schon als Premiumweg zertifiziert, wurden 2010 unter dem Motto „Ausfliegen in die Natur“ neu angelegt. Bei diesem, auf der Schwäbischen Alb und in Württemberg einmaligen Wanderprojekt, liegt der Name Traufgänge auf der Hand!

Entlang der Traufgänge auf der Südwestalb durchwandert man eine einmalige Naturlandschaft. Die sieben Rundwanderwege bieten Unerwartetes, Spannendes und Kulinarisches. Sie erschließen die abwechslungsreiche Region rund um Albstadt – 81 % der Fläche sind Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiete.

Berühmte Wurzeln

Der berühmteste Bürger der Region ist sicher Kurt Georg Kiesinger, er wurde am 6. April 1904 in Ebingen geboren, war Ministerpräsident von Baden-Württemberg und dritter Bundeskanzler der BRD. In seinem Geburtsort startet der rund 15 km lange Schlossfelsenpfad.

Vom Waldheim hoch über Albstadt-Ebingen geht es vorbei am Wildgehege durch malerische Heidelandschaft. Auf der Höhe am Rossberg lockt ein Rast- und Spielplatz, bevor man zum Tierparadies an der Fohlenweide kommt. In der „Kleinen Tierwelt“ lassen heimische Bauernhoftiere wie Kühe, Schweine und Pferde, aber auch Exoten wie Papageien, Lamas und sogar zwei Nasenbärchen jedes Kinderherz höher schlagen.

Viele leckere, schwäbische Spezialitäten warten auf hungrige Wanderer. Die Maultaschen werden liebevoll „Herrgottsbscheißerle“ genannt, auf dem Fohlenhof sind sie noch nach altem Rezept selbst gemacht. Gott sei Dank ist zur Verdauung noch ein Stück des Weges zurückzulegen, vorbei an bizarren Felsformationen geht es zum Schlossfelsen mit Aussichtsturm.

Durch die Wacholderheide

Mit vielen Naturgenüssen gespickt ist der Traufgang Wachholderhöhe. Der Wacholder, das buschige und störrische Gewächs mit den blauen Beeren, gehört zur Schwäbischen Alb wie die Schäferei. Auf den ökologisch wertvollen Weideflächen der Wacholderheiden finden sich vor allem Pflanzenarten, die von den Schafen gemieden werden. Diese sind gekennzeichnet durch einen bitterscharfen Geschmack, giftige Inhaltstoffe, Dornen oder Stacheln. Pflanzen mit diesen Eigenschaften schmecken noch nicht mal den genügsamen „Wollknäueln“ und sind somit die einzigen, die auf den Heideflächen ungestört wachsen können.

Der rund 10 km lange Rundweg führt durch die sagenhaften Wacholderheiden, zu schönen Aussichtspunkten und zu gemütlichen Grill- und Einkehrmöglichkeiten – eine schöne Familientour. Am Ende des Weges lohnt sich – besonders im Sommer – noch ein Besuch im Tailfinger Naturfreibad.

Herrschaftszeiten

Der Rundweg Zollernburg-Panorama, der von allen deutschlandweit zertifizierten Extratouren die siebthöchste Punktzahl bekommen hat,  ist eine Tagestour mit fast 16 km Länge.

Erst führt er durch das herrliche Naturschutzgebiet Geifitze mit dem schützenswerten Torfmoor und dem Ursprung der Schmiecha. Dann geht es über den Heiligenkopf zum Ritterstall und zum Zollernblick. Hier lohnt es sich, länger zu verweilen und die Gedanken weit über die Zollernalb hinaus schweifen zu lassen.

Auf der Hochfläche verläuft der Weg vorbei am Zollersteighof, der eine gemütliche Einkehrmöglichkeit bietet, zum Zeller Horn. Von hier eröffnet sich sich ein überwältigender Blick auf die Burg Hohenzollern, eines der meistfotografierten Motive der Schwäbischen Alb. Die mächtige Burg ist der Stammsitz der preußisch-brandenburgischen wie der fürstlich-katholischen Linie des Hauses Hohenzollern. Sie zählt zu den schönsten und meistbesuchten Burgen Europas.

Nach dem Naturdenkmal „Hangender Stein“ führt der Traufgang zum Raichbergturm beim Nägelehaus mit Einkehrmöglichkeit. Der Blick vom Turm reicht an klaren Tagen bis zum Feldberg im Schwarzwald und in die Alpen zur Zugspitze. ...


Weitere Infos unter www.albstadt-tourismus.de, www.traufgaenge.de



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Ausgabe 157

März/April 2011