© Klaus-Peter Kappest

Oberpfalz: Wie ein Fisch im Wasser

Ausgabe 157 – März/April 2011

Deutschland

20 km östlich von Bayreuth, zwischen dem Oberpfälzer Wald, dem Naturpark Fichtelgebirge und dem Naturpark Steinwald, liegt das historische Städtchen Kemnath. Die umliegende Landschaft aus markanten Bergkegeln, die als ehemalige Vulkanschlote aus der Ebene

Im Land der tausend Teiche

Foto: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler
Fotos: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler

Wanderungen durch das Kemnather Land sind ein abwechslungsreiches Vergnügen. Da wären zum einen die bizarren Gesteinsformen der erloschenen Vulkane, die sich aus einer fast ebenen Landschaft erheben. Sie bestehen aus erkalteten Lavaschloten, die nie zum Ausbruch kamen, also quasi „stecken geblieben“ sind – eine geologische Besonderheit. Ein weiteres prägnantes Merkmal der Region sind die zahlreichen Seen und Teiche, die meist der Fischzucht dienen. Dabei ist es hauptsächlich der Karpfen, der in den Gewässern rund um Kemnath heranwächst und sogar zum Wahrzeichen der Stadt ernannt wurde.

Kunst und Karpfen

Foto: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler
Foto: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler

Ein besonderes Highlight in Kemnath ist der rund 2,8 km lange „Phantastische Karpfenweg“ (Tipp 1). 2010 wurden der am Rundweg gelegene Stadtweiher und der angrenzende Seeleitenpark mit Wasserterrasse, Seepromenade und Seebühne neu gestaltet. Ein Spielschiff und ein Spielfisch lassen auch für kurze Beine keine Wünsche offen.

2006 wurde der ungewöhnliche Weg durch Bundespräsident Köhler in der Aktion „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Weitere Wanderziele sind z.B die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Armesberg (731 m), einem weithin sichtbaren, bewaldeten Basaltkegel südöstlich von Zinst, die Burgruine auf dem Schlossberg Waldeck, eine der ältesten Burgen der Oberpfalz, oder der markante Vulkankegel des Rauhen Kulms, der sich als vorgeschobener Posten des Fichtelgebirges emporhebt.

Die Basaltkuppen des Rauhen Kulmes, des Waldecker Schlossberges und des Armesberges beherrschen das Landschaftsbild und lassen sich auf dem 18 km langen Geologischen Lehrpfad von Kemnath erwandern (Tipp 2).

Wohl bekomms!

Foto: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler
Foto: Tourist-Info Stadt Kemnath, Doris Köhler

Die Nähe zu Fischzucht und Karpfen zeigt sich auch auf den Speisekarten der lokalen Gastronomie. Die deftige Oberpfälzer Küche wird hier von September bis April mit Karpfengerichten ergänzt. Neben dem berühmten „Karpfen blau“ sind Karpfenpastete, Karpfen in Biersauce und Karpfen Müllerin nur einige Schmankerl, die von Kemnather Gastronomen frisch zubereitet werden.

Sogar eine Biersorte der ortsansässigen Klosterbrauerei nennt sich „Phantastisches Karpfengold“ und trägt den Fisch auf dem Etikett. Es wird gebraut mit Hallertauer Aromahopfen und würzigem Malz. Für den gelungenen Ausklang eines erlebnisreichen Wandertages! ...


Mit zwei Tipps:

  • Der phantastische Karpfenweg (2,8 km)
  • Geologischer Lehrpfad Kemnath (18 km)


Weitere Infos unter www.kemnath.de


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  • Burgwald-Ederbergland: Wahrlich märchenhaft
  • Nordhessen: Lust auf Frühling im Werratal
  • Rhön: Kuppen und ein Blumenmeer
  • Pfälzer Bergland: Berg und Tal
  • Wachenheim an der Weinstraße: Pfälzer Frühlingserwachen
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  • Deutsche Weinstraße: 7 Tage - 7 Orte - 7 Wege
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Ausgabe 157

März/April 2011