© Klaus-Peter Kappest

Pirineus: Auf Fernwanderwegen durch die Katalanischen Pyrenäen

Ausgabe 157 – März/April 2011

Spanien

Wandern in den Katalanischen Pyrenäen ist pure Emotion. Vom bereits atlantisch geprägten Hochgebirgstal Val d’Aran mit seinem alpinen Zauber bis zum östlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel, dem Cap de Creus, zieht sich eine Gebirgslandschaft, deren Abw

Pirineus – Ein Stern am Wanderhimmel

Elf „comarcas“ genannte Landkreise umfasst das Gebiet der Katalanischen Pyrenäen: Alt Empordà, Alta Ribagorça, Alt Urgell, Berguedà, Cerdanya, Garrotxa, Pallars Jussà, Pallars Sobirà, Ripollès, Solsonès und Val d’Aran. Gemeinsam bilden sie die touristische Marke Pirineus, in der sich die Vielzahl landschaftlicher und kultureller Facetten der Region zu einem wahren Juwel für Wanderer und Naturfreunde vereinigt.

Insgesamt beherbergt die Gebirgslandschaft der Katalanischen Pyrenäen mehr als 60 Naturschutzgebiete, darunter sieben Naturparks und den Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, mit den legendären Zwillingsgipfeln „Els Encantats“ als Wahrzeichen. Durch diese Hoch- und Mittelgebirgslandschaften zieht sich eine große Vielfalt von Wanderwegen. Ob leichte Halbtagestouren, inspirierende Themenwanderungen, anspruchsvolle Tagestouren oder Fernwanderwege – die katalanischen Pyrenäen bieten für jeden Anspruch Wege nach Maß.

Mit zunehmender Beliebtheit des Naturtourismus ist die Wander-Infrastruktur kontinuierlich erweitert und an die Bedürfnisse von „Genusswanderern“ angepasst worden. Und dennoch gibt es sie noch: die legendären, großen Fernwege, auf denen schon seit Jahrzehnten leidenschaftliche Wanderer das ganze Land durchqueren.

GR-11 – Fernwandern der Extraklasse

Ein solcher Weg ist der GR-11, der die gesamten Pyrenäen vom Cabo Higuer im Baskenland bis zum Cap de Creus im äußersten Osten der Iberischen Halbinsel durchquert. In den Katalanischen Pyrenäen passiert er die Regionen Val d’Aran, Alta Ribagorça, Pallars Sobirà, Cerdanya, Ripolles, Garrotxa und Alt Empordà. Als echter Hochgebirgstrail stellt er beachtliche Anforderungen an Technik und Kondition, schenkt dem Wanderer im Gegenzug jedoch eine atemberaubende Fülle von Eindrücken unterschiedlichster Naturlandschaften.

Er bewegt sich ebenso in nächster Nähe knapp 3.000 Meter hoher Gipfel, wie in den berühmten Seenlandschaften des Nationalparks d‘Aigüestortes y Estany de Sant Maurici, berührt die Vulkanlandschaften der Garrotxa und fällt schließlich ab zum Naturpark Cap de Creus, in dem die geologisch höchst interessante Küstenlandschaft und die mediterrane Unterwasserwelt des Caps gleichermaßen unter Schutz stehen.

Wasser und Weiden

Der katalanische Abschnitt des GR-11 beginnt in der Nähe der Südseite des Tunnels von Vielha, mit dem das einsame Hochgebirgstal erst im Jahr 1948 ganzjährig zugänglich gemacht wurde. Doch obwohl die Pyrenäenhöhen über lange Wintermonate mit Schnee bedeckt und teilweise kaum zu passieren waren, gab es seit jeher regen Verkehr in dieser Gegend – für Hochgebirgsverhältnisse, versteht sich. Nicht nur der Handel mit Waren wie Wolle, Öl und Salz, die nach Frankreich verkauft wurden, blühte. Auf den Gebirgsflüssen, die während der Schneeschmelze zu reißenden Wassern anschwollen, wurden auch Waren ins spanische Flachland transportiert.

Heute sind Garonne, Noguera Pallaresa, Segre, Freser und Noguera Ribagorçana Flüsse der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten für Abenteurer, die Rafting oder Canyoning zu ihren liebsten Outdooraktivitäten zählen. Die Gebirgswelt der Pyrenäen ist jedoch nicht nur von Wasserwegen geprägt. Heutige Wanderwege setzen häufig auf den so genannten Wegen der „transhumancia“ auf, den alten Routen der Hirten, die ihre Tiere über die Hochgebirgsweiden trieben.

Seenlandschaften und hohe Gipfel

Über die beeindruckenden Seenlandschaften von Colomers auf dem Territorium des Val d’Aran verläuft der GR-11 weiter durch die Landkreise Alta Ribagorça und Pallars Sobirà und damit nicht nur durch den berühmten Pyrenäennationalpark Aigüestortes, sondern auch durch den Naturpark Hochpyrenäen, in dem sich mit dem Pica d’Estats einer der höchsten Berge Kataloniens erhebt.

Die traditionelle Architektur Kataloniens mit der Romanik als ihrer beeindruckendsten Ausformung, begleitet den Wanderer in den Pyrenäen auf Schritt und Tritt. Oft finden sich hier in abgelegenen Bergdörfern Kleinodien der romanischen Kunst. ...


Auf der offiziellen Website www.visitpirineus.com/Html/Aleman/default.asp finden sich Infos und Kontaktdaten zu sämtlichen Regionen



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Ausgabe 157

März/April 2011