© Klaus-Peter Kappest

Wettervorhersagen heute – und morgen

Ausgabe 157 – März/April 2011

Know How

Wo wären wir ohne Wettervorhersagen? Bei jeder Planung fürs Wochenende oder für die anstehende große Wanderung überlegen wir automatisch, ob und wie wohl das Wetter mitspielt. Tägliche Wettervorhersagen sowie die rechtzeitige Warnung vor gefährlichen Unwe

In Deutschland ist per Gesetz der Deutsche Wetterdienst (DWD) zuständig. Die Bundesbehörde mit Sitz in Offenbach am Main betreibt in Deutschland ein engmaschiges Netz von etwa 2.000 Messstellen. Mit Hilfe eines Superrechners und mit Daten aus aller Welt berechnet man anschließend rund um die Uhr und mehrmals täglich weltweite Vorhersagen, für die gesamte Öffentlichkeit, für Medien, Industrie und Wirtschaft, für unterschiedlichste Nutzergruppen – aber beispielsweise auch landkreisbezogene Unwetterwarnungen zur Unterstützung von Katastrophenschutzbehörden und Feuerwehren.

Meilensteine der Vorhersage: Wettersatelliten und Wetterradar

Das weltweite konventionelle Messnetz, bestehend aus Boden- und Radiosondenstationen, Schiffsmeldungen und Messbojen, weist große Datenlücken auf. Beispielsweise über Wüsten, Ozeanen und den polaren Gebieten. Geostationäre und erdumlaufende Satelliten messen heute in diesen Gebieten viele wichtige Wetterparameter. Bau und Betrieb der Wettersatelliten kosten die europäischen
Wetterdienste jährlich etwa 160 Mio. €, eine trotzdem lohnende Investition. Seit 1987 betreibt der DWD zudem in Deutschland an 17 Standorten ein flächendeckendes Netz von Wetterradargeräten. Bis 2013 wird dieses Netz mit einem Investitionsaufwand von rund 20 Mio. € zum modernsten Netz Europas aufgerüstet.

Die Zukunft: immer schneller, immer genauer

Gerhard Lux Dipl.-Meteorologe Pressereferent und Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Main
Gerhard LuxDipl.-Meteorologe Pressereferent und Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Main

Die markante Qualitätsverbesserung von Wettervorhersagen in den letzten 30 Jahren beruht einerseits auf Fortschritten in der Beobachtung des Wetters, u. a. durch verbesserte Satelliten und Wetterradargeräte, andererseits auf einer räumlich immer höher aufgelösten Simulierung des Wettergeschehens im Computer. Dabei hat sich die Rechengeschwindigkeit seit 1980 etwa um das 10.000fache erhöht. So ist eine siebentägige Vorhersage des Bodendrucks für Mitteleuropa heute genauer als eine 48-Stunden-Vorhersage aus dem Jahre 1970. Auch in den kommenden Jahrzehnten wird die Qualität der Wettervorhersagen weiter zunehmen. Dazu tragen neue Sensoren in Satelliten und Flugzeugen ebenso bei wie die Zunahme der Rechenleistung künftiger Superrechner und neue Entwicklungen im Bereich der Modellierung unserer Atmosphäre. So ist ein aktueller Forschungsschwerpunkt der Übergang von der reinen Wettervorhersage zur „Umweltvorhersage“, bei der  auch Aerosole und andere wetterwirksame Spurenstoffe der Atmosphäre eine Rolle spielen werden.


Mehr Informationen dazu unter www.dwd.de und www.dwd.de/lexikon
 



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Ausgabe 157

März/April 2011